Trauer und Leid ist eine Sache, die jeden Begleitet, die Frage ist wie...

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Autor: beat_flower
FSK: 12
Genere: FF + Slash
Sichtweise: Aki und Leo, als wichtige Nebenrollen Lauri und später Till
Disclaimer: Die Jungs gehören nicht mir und ich verdiene kein Geld mit der Geschichte. Die Handlung ist außerdem frei erfunden.

Leokadias Traum

Leo
Ich heiße Leokadia werde aber Leo genannt, bin 20 Jahre alt und habe mir einen Traum verwirklicht. Ich habe eigentlich nur aus Spaß Lotto gespielt, und habe den Jackpot gewonnen. Ich konnte es nicht glauben, bis ich das Geld in der Hand hielt. Es war richtig viel Geld. Ok, für mich ist es sowieso richtig viel Geld. Denn zu der Zeit war ich noch in der Ausbildung und da verdient man nicht so viel. Jedenfalls legte ich das Geld auf mein Konto und wartete bis ich meinen Abschluss in der Tasche hatte. Dann kündigte ich meinen Job und flog nach Finnland. Es war schon immer mein Traum, ich liebe die Landschaft, einmal waren wir ein paar Tage mit der Schule hier auf Klassenfahrt. Da habe ich mich endgültig in Finnland verliebt. Ich ging sehr gerne morgens früh raus um die Schönheit des morgens zu genießen, was eigentlich sehr verwunderlich war, denn ich bin sonst der absolute Morgenmuffel. So kam es, als ich mal besonders früh unterwegs war, einen Kerl in meinem Alter antraf. Der war so besoffen, dass er nicht mal mehr richtig gehen konnte. Ich ging auch ihn zu und konnte ihn im letzten Moment auffangen, da er sein Gleichgewicht verloren hatte. Er schaute mich mit verschleiertem Blick an und sagte nur: „Nach hause, Bett.“ Da ich aber nicht wusste, wo er wohnte und er es mir nicht sagen konnte, nahm ich ihn zu mir auf Hotelzimmer. Wieso weis ich auch nicht, aber der Junge tat mir leid. Ich schleppte ihn also auf mein Zimmer und legte ihn auf die Couch. Danach machte ich die Balkontür auch und setzte mich raus. Das Buch, welches ich gestern gelesen hatte lag immer noch an seinem Platz, genauso wie die Zigaretten, die ich vergessen hatte. So zündete ich mir eine Zigarette an und begann das Buch weiterzulesen.. Zwischen drinnen schaute ich immer mal wieder zu ihm und ging dann auch kurz zum Frühstücken, weil essen konnte ich morgens eh nicht so viel. So gegen Mittag wachte er. Das hörte ich an dem stöhnen. Ich ging hinein. Er öffnetest langsam die Augen und schautest sich dann verwundert um. Dann blieb sein Blick auf mir hängen und er bekam große Augen. Noch bevor er was sagen konntest, gab ich ihm Aspirin und eine Flasche mit Wasser. „Hier, ich denke, dass kannst du ganz gut gebrauchen im Moment.“ Er versuchte zu lächeln und nahm die Sachen nickend entgegen.

Aki
Ich wachte langsam auch. Oh, tat mir mein Kopf weh. Ich glaube ich habe gestern mal wieder viel zu viel gesoffen. Aber ich habe es mal wieder gebraucht. Bin immer noch nicht über die Trennung von meiner Ex hinweg. Die hat mich betrogen, als ich auf Tour war und zwar mit einen meiner ehemals besten Freunde. Naja, auf der anderen Seite verstehe ich sie ja, ich habe halt fast nie Zeit und sie braucht jemanden, an dem sie sich festhalten kann, und so einer ist Timo halt. Ich öffnete langsam die Augen und schaute mich um. Das Zimmer kam mir total unbekannt vor. Wo war ich? Dann sah ich ein Gesicht, dass mich anlächelte. Ich wollte ansetzen sie zu fragen, wo ich bin, ich konnte mich an nichts mehr erinnern, da sagte sich schon: „Hier, ich denke, dass kannst du ganz gut gebrauchen im Moment.“ Und gab mir Aspirin und Wasser. Ich versuchte zu lächeln und nahm die Sachen nickend entgegen. Konnte die Frau Gedankenlesen? Ich nahm erst mal zwei Tabletten und spülte sie mit ganz viel Wasser herunter. Da merkte ich auch schon den Druck auf meiner Blase. Scheiße, das ist immer so, wenn ich zuviel Trinke. Ich schaute die Person an und fragte: „Wo ist das Klo?“ Sie grinste kurz und zeigte hinter mich. Ich sprang so schnell wie möglich auf und ging aufs Klo. Was für eine Wohltat. Ich schaute mich um. Ich war eindeutig in einem Hotel. Das konnte man an der Einrichtung sagen. Kurze Zeit später ging ich wieder raus und setzte mich auf die Couch. „Ich bin Aki.“ Stellte ich mich vor. „Hallo Aki, ich heiße Leokadia, aber kannst gerne Leo sagen.“ Grinstest du mich an. „Also Leo, wie komme ich hierher? Ich kann mich an nichts mehr erinnern.“ Fragte ich sie. „Ich war spazieren, als ich dich rumtorkeln gesehen habe. Ich wollte dir helfen und du bist mir in die Arme gefallen, weil du nicht mehr stehen konntest, so dicht wie du warst. Dann hast du was von >Nach hause und Bett< gemurmelt. Da ich nicht weiß wo du wohnst und du es mir auch nicht sagen konntest, habe ich dich mit in mein Hotel geschleppt. Das war echt eine Arbeit. Du bist dann sofort auf dem Sofa eingepennt.“ Erzähltest du mir die Geschichte. „Danke für deine Hilfe. Wie lange bist du noch in der Stadt?“ wollte ich von dir wissen. „Ich denke länger, es gefällt mir hier total gut.“ Kam es von dir und deine Augen leuchteten. „Darf ich dich zum Dank zu einem Kaffee einladen?“ kam da auch schon meine Frage. Sie nickte nur. Also sagte ich: „Ich gehe jetzt nach hause, mache mich fertig und hole dich dann so um 15 Uhr ab.“ Du sagtest noch Ok und dann ging ich nach hause.

Leo
Du hast mich gefragt, ob ich Lust hätte Kaffee zu trinken. Und ich habe ja gesagt, dass kann doch nicht sein. Ich mag doch keinen Kaffee. Aber du hast mich so lieb bittend angeschaut, dass ich nicht nein sagen konnte. Nachdem du weg warst ging ich runter an die Hotelbar und bestellte mir ein Sandwich. So langsam hatte ich Hunger bekommen. Als dieses kam habe ich gestutzt. Ich habe doch ein Sandwich bestellt und keine zehn. Von der Menge sah es jedenfalls so aus. Ich unterschrieb die Rechnung, damit es mit auf die Hotelrechnung ging. Dann machte ich mich ans Essen. Nach der Hälfte gab ich auf. Ich konnte beim besten Willen nicht mehr. Ich sah zwar so aus, als würde ich dauernd Unmengen essen, aber dass stimmte nicht. Morgens aß ich noch relativ normal meistens ein Brötchen. Mittags aß ich nur eine Kleinigkeit. Nur Abend aß ich eine normale Portion, aber das auch nicht immer. Mein Problem war eher das, was ich dazwischen aß. Ich liebte Schokolade in jeglicher Form. Und meine Faulheit. Ich wusste es ja. Aber was soll’s. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Figur. Ich ging wieder hoch auf mein Zimmer und ging raus auf den Balkon. Die frische Luft tat richtig gut. Ich setzte mich auf den kleinen Stuhl und zündete mir eine Kippe an. Die tat jetzt richtig gut. Aber an und für sich sollte ich aufhören oder mal wieder reduzieren. Ich war bei durchschnittlich einer Schachtel pro Tag und das war echt zu viel. Gegen halb drei ging ich rein und machte mich noch mal frisch. Nachdem ich heute noch nicht zum schminken gekommen war, holte ich das jetzt nach. Schnell Lidschatten drauf, Wimperntusche und Kajal, dann war ich fertig. Ich schaute zur Kontrolle in den Spiegel und stellte fest, dass mein Haar wieder mal unmöglich aussah. Ich nahm die Bürste und kämmte sie, damit sie halbwegs ordentlich aussahen. Ich überlegte noch, ob ich sie mir vielleicht mal wieder färben sollte, da klopfte es an der Tür. Ich ging hin und du standest vor der Tür.

Aki
Auf dem Weg nach hause fragte ich mich, ob ich sie wirklich gefragt habe, ob sie mit mir Kaffee trinken geht und ob sie wirklich ja gesagt hat. Nachdenklich ging ich in meine Wohnung. Also erstes sprang ich unter die Dusche. Ah, das war eine Wohltat. Ich fühlte mich schon wieder ein bisschen frischer. Ich stieg aus der Dusche und trocknete mich ab, und überlegte, was ich anziehen sollte. Ich fühlte mich wie bei meinem ersten Date. Besonders, weil du die erste warst, die nicht aus Finnland war. Ich entschied mich für meine Armeehosen, in der fühlte ich mich immer besonders Wohl. Dazu zog ich ein schwarzes Tanktop an. Ich schaute noch mal in den Spiegel und machte mir die Haare. Danach schaute ich auf die Uhr und stellte fest, dass ich schon wieder los musste, damit ich nicht zu spät zu dir komme. Um kurz vor drei stand ich an deiner Zimmertür und klopfte. Du öffnetest mir die Tür und batst mich noch rein, weil du noch nicht fertig warst. Du gingst noch mal auf den Balkon herauf und stecktest Zigaretten ein, jedenfalls sah es so aus. Dann kamst du wieder zu mir und lächelst mich aufmunternd an. Wir gingen ins nächste Cafe. Ich bestellte mir einen Kaffee, auf den habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut, während du dir eine heiße Schokolade bestelltest. Ich schaute dich verwundert an und du zucktest entschuldigend mit den Schultern während du meintest, dass du kein Kaffee trinkst, weil er dir nicht schmeckt. Auch wenn du gerne guten Kaffee riechst. Ich grinste zurück. Dann fragte ich dich aus.

Leo
Ich bat dich noch kurz reinzukommen. Ging auf den Balkon und holte noch meine Kippen, die brauchte ich bestimmt noch. Dann gingen wir ins nächste Cafe. Du bestelltest dir einen Kaffee und ich mir eine heiße Schokolade. Du sahst mich fragend an. Ich zuckte entschuldigend mit den Schultern und erklärte dir, dass Kaffee mir nicht schmeckte, dass ich den nur gerne rieche. Du grinstest mich an. Dann begannst du mich auszufragen. „Woher kommst du?“ wolltest du als erstes wissen. „Aus einer kleinen Stadt in Deutschland.“ Meinte ich nur. Es war halte das Typische Frage-Antwort Spiel, welches immer ist, wenn man sich kennen lernt. Ich erzählte dir alles und auch ich fragte dich aus. Dann kam überraschend deine nächste Frage: „Was machst du denn hier, wenn du nicht genau weist, wie lange du noch bleibst?“ Ich schaute dich überrascht an und musste dann grinsen. „Ich mache hier Urlaub und gebe ein bisschen Geld aus. Ich wollte schon immer mal nach Finnland und zur Zeit ist Helsinki meine Station und von hier aus erkundige ich ein bisschen die Gegend, bevor ich weiterziehe. Deswegen weis ich auch noch nicht, wie lange ich brauche, je nachdem, wie gut es mir hier gefällt. Und ich überlege auch schon, ob ich nicht für immer hier bleibe, mir gefällt es hier sehr gut. Aber bevor ich das mache, muss ich noch Finnisch lernen. Dann ich bin der Meinung man sollte die Landessprache wenigstens ein bisschen beherrschen, bevor man in ein fremdes Land zieht.“ Erzählte ich dir. Deine Augen leuchteten bei meiner Antwort immer mehr. Ich fühle mich im Moment sehr von dir beobachtet, ich weis nicht warum. Also nahm ich schnell meine Tasse und trank einen Schluck, nur damit ich dir nicht ins Gesicht schauen musste.

Aki
Als ich dich fragte, warum du hier in Finnland warst und warum du nicht wusstest, wie lange du bleiben würdest, schautest du mich überrascht an. Dann erzähltest du es mir. Und bei der Antwort fing ich immer mehr das grinsen an. Du schautest mich an, wurdest leicht rot, als du mich so strahlend sahst und nahmst hastig deine Tasse um einen Schluck zu trinken. Ich musste noch mehr lächeln. Dann sagte ich: „Das finde ich super, dass du noch bleibst und ich teile auch deine Meinung, dass du Finnisch lernen solltest. Weist du was? Ich könnte es dir beibringen, wenn du willst.“ Schlug ich dir vor. Ich sah, dass du dich fast verschluckte vor Schreck. Dann schautest du mich an und schienst zu überlegen. „Mmh... keine Ahnung?“ gabst du nur von dir, dann schautest du mich an und schaute fragend auf deine Schachtel Zigaretten. Ich nickte nur. Du nahmst eine und zündete sie dir an. Langsam inhaliertest du den Rauch. „Warum würdest du das machen?“ fragtest du nach ein paar Zügen. Ich zuckte mit den Schultern und meinte nur: „Du hast mir auch geholfen heute nacht, als du mich nicht kanntest und ich stockbesoffen durch die Stadt getorkelt bin. Ist sozusagen als Dankeschön gemeint.“ Du warst leicht irritiert, das sah ich dir an. Ich wusste nur nicht warum. Du standest auf...

Leo
Du fragtest mich, ob du mir nicht vielleicht Finnisch beibringen könntest. Ich war sehr überrascht und verschluckte mich fast an meinem Kakao. Ich überlegte: „Mmh... keine Ahnung?“ dann schaute ich dich fragend an, ob ich eine rauchen dürfte. Du nicktest. Also nahm ich erst mal eine Kippe und zündete sie mir an. Langsam zog ich den Rauch in meine Lunge. Nach ein paar Zügen fragte ich ihn: „Warum würdest du das machen?“ Du zucktest nur mit der Schulter und meintest, dass das als Dankeschön für heute nacht sein sollte, weil ich dich ja gerettet hätte. Ich schaute dich leicht irritiert an. Ich stand auf. Jetzt schautest du mich verwundert an. „Ich überleg es mir.“ Sagte ich und wollte gehen, doch du hieltst mich am Arm fest und fragtest mich, wie ich es dir mitteilen würde, weil ich ja weder deine Adresse noch deine Telefonnummer wüsste. Ich schlug mir auch die Stirn. „Stimmt ja hast ja recht. Gib mir am Besten deine Telefonnummer, dann rufe ich dich an. Meine Durchwahl im Hotel ist meine Zimmernummer.“ Du schriebst mir schnell deine Nummer auf die Serviette und gabst sie mir. Ich nahm sie, verschwand schnell nach draußen und ließ dich alleine sitzen. Ich brauchte jetzt Luft, ganz viel frische Luft. Also beschloss ich in Richtung Hafen zu gehen. Dort setzte ich mich auf eine Bank und schaute hinaus aufs Meer, es war schön hier.

Aki
„Ich überleg es mir.“ Kam von dir und du wolltest gehen. Ich hielt dich am Arm fest und zog dich zurück. „Wie willst du mir bescheid geben? Du hast weder meine Adresse noch meine Nummer.“ Du schlugst dir auf die Stirn und nicktest. Dann sagtest du, du wolltest meine Nummer haben. Ich schrieb sie dir auf eine Serviette und gab sie dir. Du stecktest sie ein und warst ganz schnell verschwunden. Ich schaute dir noch hinterher. Dann trank ich meinen Kaffee aus und bezahlte. Ich war total durcheinander von dem Tag und beschloss zu Lauri zu gehen, der würde mich schon wieder aufheitern, bzw. dem konnte ich alles erzählen, auch jetzt das von dir. So machte ich mich auf den Weg zu ihm und hoffte, dass er zuhause war. Er war zuhause. Ich klingelte. Lauri machte auf. „Hallo Lauri.“ Meinte ich, während ich eintrat. Du sahst mich verwundert an, und begrüßtest mich auch. Wir gingen ins Wohnzimmer. „Kaffee?“ fragtest du nur und ich nickte. Schnell holtest du die Kanne und auch zwei Tassen. Setztest dich auf den Sessel mir gegenüber. Ich schüttete Kaffee in die Tassen und trank erst mal einen großen Schluck.

Lauri
Ich war überrascht, als es an der Tür klingelte. Aber ich öffnete. Du standest davor und begrüßtest mich. Auch ich sagte Hallo zu dir, während du eintratest. Du gingst gleich ins Wohnzimmer und ließt dich auf das Sofa fallen. Ich fragte, ob du Kaffee wolltest. Du nicktest nur. Also holte ich zwei Tassen und den Kaffee. Du fülltest den Kaffee in die Tassen, während ich mich dir gegenüber auf den Sessel fallen ließ. Ich wartete, in der zeit trankst du einen Schluck Kaffee. Dann schautest du mich an. „Du weist ja, dass Jeanny Schluss gemacht hat mit mir, weil sie sich in Timo verliebt hat. Deswegen war ich gestern unterwegs und habe mir die Kante gegeben. Naja, jedenfalls bin ich heute früh in einen fremden Zimmer aufgewacht. Wie ich so langsam klarer im Kopf werde schaue ich mich in dem Zimmer um. Bis ich plötzlich in zwei schöne Braune Augen schaue. Bevor ich was sagen kann, wurden mir schon eine Schachtel Aspirin und eine Falsche Wasser gereicht, und auf Englisch sagte eine schöne Stimme, dass ich das jetzt bestimmt dringend nötig hätte. Ich war so perplex und habe sie ja wirklich gebraucht, also habe ich sie genommen. Nachher habe ich gefragt, warum ich auf ihrem Hotelzimmer liege. Und sie erzählte mir, dass sich mich stockbesoffen aufgefangen hätte, als ich gestolpert bin und ich nur noch nach hause wollte, aber da sie nicht wusste, wo das ist hat sie mich zu sich auf Hotel genommen und mich auf ihre Couch gelegt. Dort habe ich dann meinen Rausch ausgeschlafen. Jedenfalls habe ich sie zum Dank dafür zum Kaffeetrinken eingeladen. Dort haben wir uns dann unterhalten und ich habe ihr vorgeschlagen, dass ich ihr Finnisch beibringe, denn sie überlegt, nach Finnland zu ziehen. Da wurde sie so komisch und ist gegangen. Und ich weis nicht, was ich falsch gemacht habe.“ Erzähltest du mir alles, was bisher passiert war. ich grinste. „Kann es sein, dass du dich verliebt hast?“ fragte ich dich. Du bekamst große Augen und winktest ab. „Nee, aber sie ist total nett, hat aber so traurige Augen. Ich würde ihr gerne helfen, sie hat mir ja auch geholfen, obwohl sie mich nicht kannte.“

Aki
Als du meintest, ich sei verliebt in Leo, schaute ich dich überrascht an und meinte, dass du spinnst. Ich wollte ihr Helfen, denn sie hatte so traurige Augen. Ja, ich hatte ein Helfersyndrom. Auch wenn Lauri oder die anderen in der Band Probleme hatten, versuchte ich ihnen zu helfen. Und ich weis nicht, bei dir ist das Gefühl, dass du Hilfe brauchst besonders stark. Ich blieb noch einige Zeit bei Lauri und wir spielten Playstation. Aber ich musste immer wieder an dich und deine Traurigen Augen denken. Dann entschlossen wir uns beide Pizza essen zu gehen. Denn spielen macht hungrig.

Leo
Jetzt saß ich schon eine Stunde am Hafen und war noch immer verwirrt. Warum hast du mir angeboten, mir Finnisch beizubringen und warum habe ich davor soviel Angst? Ich möchte doch sowieso in Finnland bleiben. Ich schaue mich auch schon nach einer Wohnung oder einem kleinen Häuschen um. Aber da die Beschreibungen auf Finnisch sind habe ich bisher nicht viel verstanden. Naja, jetzt wurde mir doch langsam zu kalt. Also ging ich wieder ins Hotel. Auf meinem Zimmer nahm ich das Telefon, setzte mich aufs Bett und rief in Deutschland meine beste Freundin an. Ich erzählte ihr von meiner Begegnung. Und auch von deinen Vorschlag. Sie hielt mich für verrückt, dass ich nicht angenommen habe. Lernen wollte ich es sowieso und ein Kurs kostet Geld und bei dir könnte ich es umsonst bekommen und nette Gesellschaft hatte ich dann auch. Sie hatte ja recht. Aber ich traute mich doch irgendwie nicht, besonders nicht nach dem Abgang, den ich im Cafe geliefert habe. Dann unterhielten wir uns noch so ein bisschen und sie versprach am Wochenende für ein paar Tage zu kommen, da sie Urlaub hatte und mich sowieso mal besuchen wollte. Da ich sowieso ein Doppelzimmer hatte war das auch kein Problem. Nachdem wir aufgelegt hatten, ging ich runter zur Rezeption und sagte bescheid. Nicht dass ich noch ärger bekam. Denn das Hotel gefiel mir. Ich schaute auf die Uhr und merkte das ich essen gehen könnte. Hunger hatte ich auch schon. Ich überlegte und bekam Lust auf Pizza. Ich bin schnell noch in mein Zimmer gegangen und habe meine Zigaretten, mein Handy und mein Geld geholt und bin dann losgestiefelt in die nächste Pizzeria. Es war sehr viel los und ich setze mich an den letzten freien Tisch. Leider war nur noch ein vierer Tisch frei, das hieß, es kann mir passieren, dass sich noch Gäste zu mir setzen konnten. Naja, ich bestellte mir meine Pizza und wartete.

Aki
Wir gingen in die Pizzeria, die in der Nähe von Leos Hotel war, aber da gab es halt die besten Pizzas. Oh Gott war das hier voll, da entdeckte Lauri einen Tisch, an dem bisher nur einer saß und zog mich hin. Er fragte ob hier noch frei wäre. Da schautest du auf einmal erschrocken auf. Du hast ihn natürlich nicht verstanden. Ich sagte nur: „Leo.“ Jetzt schautest du mich verwirrt an und auch Lauri schaute nicht minder verwirrt. Ich bekam mich wieder in den Griff und fragte dich auf Englisch ob da noch frei ist und du nicktest, dann stellte ich euch vor. Wir setzten uns und bestellten uns jeder auch gleich eine Pizza. Deine kam schon kurz nachdem wir bestellt hatten. Keiner wusste was wir sagen sollten. Lauri fing dann an dich auszufragen.

Lauri
„Warum hast du den denn im besoffenen Zustand mit auf dein Hotelzimmer genommen? Er hätte doch sonst was anstellen können? Oder hast nach seiner Brieftasche geschaut, und da nach einer Adresse zu suchen?“ er schaute dich fragend an. Du überlegtest kurz und Antworteste dann: „Der war zu voll um irgendwas anzustellen. Der ist mir ja schon fast im Arm eingeschlafen und als der auf dem Sofa schlief der auch schon gleich. Er tat mir einfach leid, weil der so schlimm aussah. Und an die Brieftasche habe ich nicht gedacht. 1. wer weis wo er die hat. Und 2. ich kenne mich hier doch nicht aus. Ich weis zwar wo ich was finde, was ich brauche aber nach Straßennamen brauchst du mich nicht zu fragen.“ Dann grinst du Aki und mich verlegen an. Da kamen auch schon endlich die Pizzas von Aki und mir. Während des Essens unterhielten wir uns über Helsinki. Nachdem wir fertig waren mit essen fragte ich dich, ob du noch mit uns in eine Kneipe gehen willst. Aki schaute mich mit einem düsteren Blick an. Und auch du schautest mich erschrocken an. Dann meintest du leise: „Nein. Aber bitte pass auf Aki auf, nicht dass ich den morgen früh wieder von der Straße pflücken muss.“ Schautest mir noch mal in die Augen und verabschiedetest dich schnell. An der Theke bezahltest du noch deine Pizza und warst verschwunden. Ich drehte mich zu Aki um. Der funkelte mich böse an. „Warum hast du sie so überrumpelt? Ich habe dir doch gesagt, dann blockt sie ab.“ Zischte er mich böse an. Ich nickte und meinte nur zu ihm: „Tut mir ja leid, aber ich konnte es nicht glauben. Aber ich verstehe jetzt, warum du gemeint hast, du musst ihr helfen. Sie hat wirklich traurige Augen. Und leer. Komm lass uns auch zahlen, ich will noch Feiern.“

Aki
Ich schaute erschrocken auf, als Leo ging. So richtig sauer war ich auf Lauri. Es war so schön beim essen in deiner nähe zu sein. Naja, er entschuldigte sich und meinte nur dass ich recht hatte mit deinen traurigen Augen. Dann bezahlten wir und gingen in unsere Stammkneipe. Dort trafen wir auch Pauli. Der dritte in unserem Saufbunde. Wir setzten uns an unseren Tisch und bestellten Bier. Als Pauli wissen wollte: „Warum bist du so abwesend und in Gedanken Aki?“ Ich erschrak und schüttelte nur den Kopf. Dann schaute Pauli Lauri fragend an und dieser mich. Ich zuckte mit den Schultern und dann erzählte Lauri Pauli die Geschichte in Kurzform. Dieser wollte auch schon einen Spruch ablassen, als ein Blick von Lauri ihn zum schweigen brachte. Ich hatte keine Lust zu feiern und so machte ich mich schnell auf, um zu mir nach hause zu gehen.

Leo
Die nächsten Tage schlief ich länger. Anscheinend hatte ich doch mehr schlaf nachzuholen wie gedacht. Ende der Woche sprang ich früher wie sonst unter die kalte Dusche und ging zum Frühstück. Auf dem Weg zum Frühstücksraum musste ich an der Rezeption vorbei. Dort rief die Empfangsdame mich zurück: „Frau S. warten sie, ich habe hier einen Brief für Sie, den ich ihnen heute morgen geben soll.“ Leicht irritiert von wem ich Post bekommen haben sollte ging ich hin und nahm ihn dankend entgegen. Dann ging ich ins Frühstückzimmer. Erst was essen und einen Tee trinken, dachte ich mir. Als ich an meinem Tisch saß merkte ich aber wie neugierig ich war und öffnete den Brief. Er war von Aki. „Guten Morgen Leo, ich hoffe du bist nicht allzu sehr überrascht. Du hast dich bisher noch nicht bei mir gemeldet und ich wollte mich dafür entschuldigen, dass ich bzw. Lauri dich letzt so überfahren haben mit unseren Vorschlägen. Aber wie gesagt, der Vorschlag mit dem Sprachunterricht gilt immer noch. Und ich würde mich freuen, wenn ich dir helfen kann. Du bist ein nettes Mädchen. Würde mich freuen, wenn wir Freunde werden könnten. Kannst dich ja melden. Meine Nummer hast du ja. Auf Gute Freundschaft Aki.“ Leicht verwundert schaute ich von dem Brief auf und merkte, dass ich meinen Teebeutel noch immer in der Tasse hatte. Schnell fischte ich ihn heraus, dann sonst schmeckt der schwarze Tee so bitter. Es stimmt du hast mich mit dem Vorschlag von dem Sprachunterricht total überrascht. Aber ich finde es total super. Dich kenne ich wenigstens. Und Freunde kann man immer gebrauchen und ich habe hier in Finnland bisher noch keine gefunden. Aber erst Frühstückte ich fertig und machte das, was ich schon gestern machen wollte. Ich fragte die nette Dame an der Rezeption nach dem nächsten Friseur und sie erklärte mir den Weg. Also machte ich mich auf dem Weg zum Friseur. Dort versuchte ich ihn zu erklären wie ich meine Frisur haben wollte, was recht schwierig war, da ich kein Finnisch konnte und der Friseur Probleme mit Englisch hatte. Dann kam ein Lehrling von ihn und der Übersetzte dann sogar vom Deutschen ins Finnische, denn er hatte Deutsche Verwandten und konnte es. War ich froh. So bekam ich einen neuen Schnitt und eine neue Farbe. Als der Friseur fertig war und ich in den Spiegel schaute war ich begeistert. Es war noch besser, wie ich gedacht habe. Fröhlich lief ich aus dem Laden heraus und lief in jemanden hinein.

Aki
Ach nee, ich war gerade auf dem Weg zur Bandprobe, als jemand genau in mich hineinlief. Ich schaute auf und sah dir überrascht ins Gesicht. Du sahst so anders aus. Ich schaute hoch auf das Schild von dem Laden aus dem du gerade herauskamst und stellte fest, dass es ein Friseur war. Auch du warst erschrocken über unser zusammentreffen. „Aki.“ Riefst du erschrocken, als du erkanntest, in wen du gerannt bist. Ich lächelte dich jetzt an und half dir auf. „So schnell sieht man sich wieder.“ Grinste ich sie an und sie wurde leicht rot, vielleicht lag das aber auch an den roten Haaren. „Tja, dich werde ich anscheinend nicht so schnell los. Aber ich wollte dich sowieso gleich anrufen. Ich habe mir den Vorschlag wegen der Nachhilfe in Sachen Finnisch überlegt. Ich nehme deinen Vorschlag gerne an.“ Kam deine Antwort prompt. „Liegt der Sinneswandel an deiner neuen Frisur? Die sieht übrigens gut aus.“ Wollte ich wissen. Du schüttelst den Kopf. „Nein, dass hatte ich mir gestern schon überlegt, aber als du dann mit Lauri vor mir standest habe ich das total vergessen. Und danke für den Brief. Ich würde mich freuen, wenn wir Freunde werden. Ich habe ja noch keine hier und Freunde brauch man immer.“ Ich nickte. Dann grinste ich dich an und fragte dich: „Willst du mitkommen? Ich habe Bandprobe und da kannst du meine besten Freunde kennen lernen. Lauri kannst du ja schon, aber die anderen beiden nicht.“

Leo
Erschrocken sah ich auf, in wen ich gerannt bin und sah dich. Oh nein, vor Aki war ich nirgends sicher. Aber was soll’s, ich wollte ihn ja sowieso anrufen und teilte ihn auch gleich meine Entscheidung mit. Er war überrascht. Aber er freute sich auch und dann lud er mich zu seiner Bandprobe ein. Ich war schon wieder verwirrt. Jetzt kenne ich ihn erst ein paar Tage, aber er schaffte es trotzdem immer wieder, mich durcheinander zubringen. „Bandprobe?“ fragte ich. Du schautest mich zerstreut an: „Ach stimmt ja, ich habe dir letzt gar nicht erzähl, dass ich in einer Band spiele. Also was ist kommst du mit?“ bittend sahst du mich an. Ich nickte und so liefen wir nebeneinander zu den Proben. Wir gingen auf ein Privates Grundstück und er klingelte. Die Tür wurde aufgerissen und dich blaffte jemand auf Finnisch an.

Aki
Leo kam mit. Ich freute mich total. Wir gingen zu Pauli, der hatte einen Keller in dem wir üben konnten ohne jemanden zu stören. Seine Eltern waren schon vor Jahren so nett gewesen und haben uns einen Raum, den sie extra Schalldicht machen lassen haben überlassen. Ich klingelte und Pauli riss die Tür auf. „Wo bleibst du den so lange. Wir waren vor 10 Minuten verabredet und selbst Lauri hat es heute geschafft pünktlich zu sein.“ Blafft er mich auch gleich an. „Hallo Pauli, auch einen schönen guten Morgen. Ich hatte leider einen kleinen Unfall. Aber ich habe meinen Unfall mitgebracht, ich hoffe es stört dich nicht.“ Damit zog ich dich mit einem lächeln ins Haus und ging runter in den Probenraum. Verwirrt schaute uns Pauli hinterher. Im Probenraum angekommen schauten Eero und Lauri auf. „Leo, schön dich zu sehen. Geile Frisur.“ Begrüßte dich Lauri auch gleich. In der Zwischenzeit war Pauli auch unten eingetroffen. Er schaute noch immer total verdattert. „Wieso Unfall? Das sieht doch nicht nach einem Unfall aus?“ fragte er leicht stotternd. „Also das ist Leo, sie hat mich letzte Tage gerettet, als ich nicht mehr nach hause kam und heute früh als ich auf dem Weg zu euch war sind wir ineinander gerannt. Und ich habe einfach beschlossen, sie mitzubringen. Ich hoffe, ihr habt nichts dagegen.“ Stellte ich dich vor und wandte mich dann an dich. „Also dass da, der so zetert, ist Pauli unser Gitarrist, der da hinten ist Eero unser Bassist, Lauri kennst du ja schon, er singt und ich sitze hinter den Drums. Und du darfst es dir dort gemütlich machen.“ Und damit zeigte ich auf das Sofa an der Wand. Pauli kam gleich auf mich zugerannt und meckerte in Finnisch auf mich ein, was dass soll und dass wenn ich ein Fan wäre jetzt wüsste wo sie proben und wo er wohnt. Ich beruhigte ihn und sagte, dass du anscheinend keine Ahnung hast, wer wir sind, und du selbst Lauri nicht als Sänger erkannt hast. Dann war er beruhigt und wir konnten beginnen zu proben. Jeder ging auf seinen Platz.

Leo
Total durcheinander setzte ich mich auf das Sofa. Da ging dieser Pauli auf dich zu und redete in Finnisch auf dich ein. Es wird echt zeit, dass ich es lerne. Es regt mich immer auf, wenn ich etwas nicht verstehe. Dann ging jeder auf sein Platz. Aki verschwand mit einem Lächeln hinter das Schlagzeug. Sie begannen. Die Musik gefiel mir. Endlich mal wieder richtige Musik. Was ich schlimm finde sind diese ganzen Castingbands und dieses andere Gecarstete Gesocks und Volksmusik. Die anderen Sachen hörte ich mir im Grunde alle an. Bei einem Lied stutze ich. „In the shadow“ hieß es. Das ist doch zur Zeit in Deutschland so beliebt. Und das wird von denen Gesungen? Die Band hat mich bisher nicht so interessiert. Am liebsten höre ich sowieso Oldies. Und in den aktuellen Charts interessierten mich nur die Lieder und nicht die Bands. Hauptsache das Lied war gut. Ich hörte weiter zu. Dann kam ein Lied was mir sehr gefiel „I die in my dream...“ hieß es da im Reifrain. Konnten die Gedanken lesen. Ich sah fragend auf. Nach dem Lied hörtet ihr auf zu spielen. Ich fragte euch: „Wie heißt das letzte Lied was ihr gespielt habt? Es gefällt mir.“ „Funeral Song“ kam es ausgepowert von dir. Ihr kamt auf die Couch zu und Lauri und du ihr setztet euch neben mich während die anderen beiden sich einen Stuhl heranzogen. Dabei ließt ihr euch Wasser in die Kehle fließen. Ihr habt euch noch kurz auf Finnisch unterhalten und dann sind wir beide abgezogen. „Kommst du noch kurz zu mir? Ich muss jetzt erst mal Duschen, bevor wir anfangen können. Oder soll ich dich im Hotel abholen?“ fragtest du mich auf dem Weg Richtung Hotel. Anscheinend hast du meinen eingeschüchterten Blick gemerkt. Ich meinte dann aber. „Ok. gehen wir zu dir. Ich hoffe, du hast mehr Räume wie nur ein Schlafzimmer und ein Bad.“ Dabei grinste ich dich an. Ich merkte die Erleichterung in deinem Blick.

Aki
Nach der Probe fragtest du gleich, wie unser letztes Stück hieß, denn das hat dir sehr gut gefallen. „Funeral Song“ antwortete ich dir. Dann setzte wir uns zu dir, bzw. Lauri und ich wir setzten uns zu dir auf das Sofa während Eero und Pauli sich auf Stühle setzten und tranken erst mal viel Wasser. Wir haben uns total ausgepowert. Dann unterhielt ich mich kurz noch mit den Jungs über ein paar Sachen, die wir noch üben müssen. Sobald wir fertig waren mit der Besprechung nahm ich dich an die Hand und wir gingen in Richtung Hotel. Ich fragte dich, ob du gleich zu mir kommst, ich musste zwar noch duschen, aber was soll’s, aber als ich deinen leicht panischen Blick sah fragte ich gleich mit, ob es dir lieber wäre, wenn ich dich im Hotel abholen komme. Es überraschte mich als du meintest du kommst mit zu mir, solang ich mehr Räume habe, wie nur Schlafzimmer und Bad. Dabei hattest du ein Lächeln auf dem Gesicht. Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich antwortete Frech. „Mmh, lass mich mal überlegen. Ja, ein Schlafzimmer und ein Bad habe ich und ich glaube mich noch an eine Küche und an ein Wohnzimmer erinnern zu können.“ Wir lachten und ich fragte dich, ob dir die Probe gefallen hat. „Ganz gut. Mir gefällt eure Musik. Sag mal, ihr seid wirklich die Band, die „In the shadow“ singt, oder habt ihr das nur geklaut?“ schautest du mich fragend an. Ich war irritiert. Anscheinend kennst du uns wirklich nicht. Ich habe gedacht, dass du vielleicht nur so tust, aber ich bin so froh, dass du mir nichts vorgespielt hast. „Äh, wir singen das. Lauri hat das Lied geschrieben. Du kennst uns also nicht?“ antwortete ich dir verwirrt. „Jetzt kenne ich euch.“ Grinstest du mich an. „Aber nee, ich kenne zwar die Lieder die mir gefallen und evtl. auch den Songtitel aber selten die Bands dahinter. Ich höre eigentlich eher die 80ties. Wie heißt eure Band eigentlich?“ kam es dann noch von dir. „The Rasmus“ antwortete ich dir.

Leo
The Rasmus ich glaube ich habe nicht richtig gehört. „The Rasmus?“ frage ich noch mal erstarrt. Du bliebst jetzt auch stehen, denn vor Schock bin ich stehen geblieben. „Ja, warum bist du jetzt so überrascht?“ wolltest du von mir wissen. „Oh mein Gott. Meine beste Freundin ist ein riesiger Fan von euch und wenn ich der erzähle, dass ich mit dem Drummer herumlaufe und quatsche und es nicht gemerkt habe. Die kriegt das nicht mehr auf die Reihe. Sie hat mir doch schon so viel von euch erzählt und so, aber es hat mich nicht wirklich interessiert. Und oh Gott, die kommt übermorgen zu mir zu besuch. Das darf ich ihr nicht erzählen.“ Stammelte ich total durch den Wind. Ich konnte es nicht glauben. DAS sollen The Rasmus gewesen sein. Das ist ein Grund warum meine Freundin mich unbedingt besuchen wollte hier in Helsinki. Du legst mir deine Hände auf die Schultern und meintest nur. „Ganz ruhig. Das wird schon wieder. Du darfst halt nicht den Kopf verlieren sondern musst den überblick behalten. Wir gehen jetzt erst mal zu mir. Dann können wir in ruhe miteinander reden.“ Sagtest du mir. Ich zuckte kurz zusammen, als ich deine Hände auf meiner Schulter spürte, aber als du mit deiner Warmen Stimme mit mir sprachst, entspannte ich mich wieder und nickte als du fertig warst. Bei dir an der Wohnung angekommen zeigtest du mir den Weg ins Wohnzimmer. Unterdessen gingst du in dein Schlafzimmer um dir neue Sachen zu holen, denn du wolltest sofort unter die Dusche. Im Wohnzimmer angekommen sah ich dein Schlagzeug. Ich ging darauf zu und fuhr mit den Fingern über das kalte Metall. Dann setzte ich mich hinter die Drums, nahm die Sticks und fing an zu Trommeln. Früher wollte ich es immer lernen, aber kam nie dazu. Jetzt ist es zu spät. Plötzlich hörte ich ein Räuspern. Vor Schreck ließ ich die Sticks fallen und sah auf. Du standest nur mit einem Handtuch bekleidet im Türrahmen und schautest mich an. Ich bekam einen knallroten Kopf und stammelte. „Schuldigung“. „Ich habe es nicht gerne, wenn jemand an meinen Drums sitzt und spielt.“ Kam es von dir. Ich schaute auf den Boden und meinte nur „Es tut mir leid, aber es überkam mich einfach.“ Mit den Worten drehte ich mich um und sah eine Balkontür. Ich stürzte darauf zu und ging raus. Draußen sah ich einen Aschenbecher stehen. Sehr gut. So konnte ich erst mal in Ruhe rauchen.

Aki
Nachdem ich dir unseren Bandnamen genannt habe, warst du total durch den Wind. Ich bekam auch heraus, warum. Deine Freundin war ein riesiger Fan von uns und du hast uns nicht erkannt, obwohl deine Freundin dich immer damit nervte und dir alles über uns erzählte. Ich legte dir meine Hände auf die Schultern, um dich zu beruhigen. Du zucktest unter der Berührung zusammen, aber als ich leise mit dir sprach wurdest du entspannter. Wir gingen zu mir in die Wohnung, an der wir endlich angelangt sind. Ich zeigte dir den Weg ins Wohnzimmer, während ich mir schnell frische Klamotten schnappte und unter die Dusche sprang. Als ich die Dusche verließ hörte ich jemanden auf meinen Drums spielen. Ich schlang mir ein Handtuch um die Hüften und ging ins Wohnzimmer. In der Tür blieb ich stehen und schaute dich fassungslos an. Du saßt hinter den Drums und spieltest, und es hörte sich noch nicht mal schlecht an. Dabei hattest du die Augen geschlossen. Neben mir im Flur lag noch die Diggicam von Pauli. Die nahm ich und machte ein Foto von dir, du merkest es nicht. Dann räusperte ich mich. Vor Schreck ließt du die Sticks fallen, wurdest knallrot und murmeltest: „Schuldigung“ „Ich habe es nicht gerne, wenn jemand an meinen Drums sitzt und spielt.“ Meinte ich. Du schautest auf den Boden und meintest einfach es tut dir leid, dann drehtest du dich um und ranntest fast auf mein Balkon raus. Dort zündetest du dir als erstes eine Zigarette an, so weit ich erkennen konnte. Mache ich irgendwas falsch, warum rennst du dauernd vor mir weg? Na gut, vielleicht war es doch zu heftig, was ich dir gerade an den Kopf geschmissen habe. Du konntest es ja nicht wissen, und eigentlich hat es mir noch nicht mal viel ausgemacht. Ich wollte hinter dir her, als ich merkte, dass ich nur mit einem Handtuch bekleidet war. War es das, was dich so bestürzt hat? Jedenfalls ging ich wieder ins Bad und zog mich an.

Leo
Ich zog an der Zigarette, als wäre es die letzte in meinem Leben, kurz bevor ich sterbe. Oh Gott. Wie er mich angemeckert hat und das nur mit Handtuch bekleidet, wenn er wenigstens etwas mehr angehabt hätte. Mein Handy klingelte. Ich schaute drauf. Es war Isi, meine Freundin. „Ja, Hallo Isi.“ „Hallo Leo, wollte dir sagen, dass ich morgen früh ankomme. Habe einen früheren Flug zu bekommen. Holst du mich am Flughafen ab?“ plapperte sie drauf los. „Ja, kein Problem, um wie viel Uhr kommst du an?“ „Um 10 Uhr bin ich bei dir Süße. Ich freue mich schon.“ „Also bis dann und guten Flug.“ Sagte ich noch und legte auf. Es war für uns beide zu teuer auf Handy zu telefonieren. Ich merkte wie du auf einmal hinter mir standest. Ich drehte mich langsam um, aus Angst, dass du immer noch halbnackt bist. Und stellt zu meiner Erleichterung fest, dass du dir etwas übergezogen hast. „Es tut mir leid, dass ich so überreagiert habe.“ Kam es zerknirscht von dir. „Es tut mir leid, dass ich einfach an deine Drums gegangen bin. Ich würde es ja auch nicht wollen. Also wieder Frieden?“ prüfend sah ich dich an. Du nicktest. Und mir fiel ein Stein vom Herzen. Dann begannen wir mit den lernen. Als ich merkte, wie spät es war, sprang ich auf und verabschiedete mich hastig. Aki kam gar nicht so schnell mit, wie ich verschwunden war. Ich lief zum Hotel und setzte mich an die Bar. Ich aß noch eine Kleinigkeit und dann bestellte ich mir einen Schnaps. Ich trank normalerweise nicht viel, aber heute ist soviel passiert, dass ich dringen einen brauchte.

Aki
Fertig angezogen stand ich jetzt hinter dir und entschuldigte mich für mein Verhalten, auch du batst mich um Entschuldigung. Wir verziehen uns gegenseitig und dann begann ich ihr einfache Wörter beizubringen. Urplötzlich sprangst du auf und warst verschwunden. Ich war so überrascht, dass ich nicht reagieren konnte. Ich ging auf den Balkon hinaus, vielleicht konnte ich dich ja noch sehen. Aber anscheinend war ich viel zu langsam. Als ich wieder in meine Wohnung gehen wollte entdeckte ich auf dem Tisch, wo der Aschenbecher stand, deine Zigaretten, dein Handy und dein Hotelzimmerschlüssel. Anscheinend hast du bei deinem plötzlichen Abgang nicht mehr daran gedacht, dass das alles noch hier draußen liegt. Ich seufzte, zog mir die Schuhe an. Denn mir blieb ja nichts anderes übrig, wie dir die Sachen wiederzubringen, dann ohne Schlüssel kamst du nicht in dein Zimmer. Ich zog meine Wohnungstür zu und lief zu deinem Hotel, was ja nur ein paar Querstraßen weiterlag. Ich sah dich an der Bar sitzen, bzw. mehr liegend wie sitzen. Der Barkeeper versuchte dich anscheinend zu überzeugen, dass du genug getrunken hast und lieber auf dein Zimmer gehen solltest. Aber du bliebst stur. Langsam lief ich auf dich zu. Grade in dem Moment, als ich hinter dir stand verlorst du dein Gleichgewicht und wärst fast von Stuhl gefallen, wenn ich dich nicht aufgefangen hätte. Du drehtest dich langsam um. „Aki was machst du denn hier?“ wolltest du lallend von mir wissen. „Ich wollte dir deinen Zimmerschlüssel bringen, den hast du bei mir vergessen. Aber anscheinend muss ich dich heute retten. Komm, ich bringe dich auf dein Zimmer. Du musst jetzt schlafen.“ Sagte ich zu dir und du ließt dich von mir auch überzeugen. Dankbar lächelte mich der Barkeeper an. Ich sagte ihn noch, dass er die Sachen auf dein Zimmer schreiben sollte und sagte ihm deine Zimmernummer. Dann packte ich deinen Arm auf meine Schulter und umfasste dich mit meinem Arm, in dem du lagst fest. So brachte ich dich auf dein Zimmer. Auf dem Weg dorthin sagtest du immer irgendetwas von Isi kommt morgen. Aber ich wusste nicht, was du mir sagen wolltest. Auf deinem Zimmer angekommen, wurdest du ganz schnell, und ranntest aufs Klo. Ich hörte, wie du über der Kloschüssel hingst. Ja, das kommt davon, wenn man nie trinkt. Bei Eero ist es genauso. Ich folge dir langsam. Schmunzelnd muss ich feststellen, dass du mit den kurzen Haaren nicht nur besser aussiehst, sondern dass sie auch praktisch sind, bei deiner alten Frisur wären dir die Haare mit in der Kloschüssel gehangen. Ich komme auch dich zu, nehme eins der Handtücher, mache es feucht und putze dir damit erst die Stirn und dann den Mund ab. Du schaust mich mit glasigem Blick an, bevor du dich wieder über die Schüssel hängst. Ich gehe in das Zimmer und rufe den Zimmerservice an. Dort bitte ich um eine größere Schüssel oder um einen Eimer, weil ich nicht weis, ob du schon fertig bist, mit dem was alles raus will. Es klopft auch schon an der Tür und ich nehme den Eimer entgegen. Dann gehe ich wieder zu dir ins Bad. Anscheinend bist du fertig. Ich wasche dir noch mal das Gesicht. Dann torkelst du in dein Zimmer, wirfst die Klamotten von dir legst deine Brille auf das Nachttischchen und fällst ins Bett. Kurz darauf schläfst du schon. Ich stelle den Eimer neben dein Bett und decke dich zu. Dann überlege ich, ob ich wieder nach hause gehen soll, aber dir geht es anscheinend so schlecht, dass ich mich dazu entschließe hier zubleiben. Ich nehme mir die Decke aus dem zweiten Bett und lege mich auf das Sofa. Kurze Zeit später bin ich eingeschlafen.

Leo
Ohh, hatte ich Kopfschmerzen als ich aufwachte. Langsam und stöhnend öffnete ich die Augen. Als ich plötzlich in deine Augen blicke. Das ist das erste Mal, dass ich sie ohne Brille sehe, sie sind schön. Blaugrau. Vor Erstaunen mache ich den Mund auf. Du grinst mich an und hältst mir Aspirin und Wasser vor die Nase. Jetzt muss ich auch grinsen. Das erinnert mich an letzte Tage, als ich das bei dir gemacht habe. Ich schlucke erst mal eine Tablette mit viel Wasser. Denn Wasser schwemmt den Alk aus dem Körper. Ich setze mich langsam auf. Inzwischen hast du dir deine Brille wieder auf die Nase gesetzt und ich setze mir meine auch auf. „Was ist eigentlich passiert gestern und wieso bist du in meinem Zimmer?“ will ich von dir wissen. „Du hast gestern dein Handy, deine Kippen und deinen Zimmerschlüssel bei mir auf dem Balkon vergessen. Und da du ohne Schüssel so schlecht auf dein Zimmer kannst, bin ich halt ins Hotel und wollte dir die Sachen bringen. Naja, und ich fand dich an der Bar, total betrunken. Du bist mir dann in die Arme gefallen und ich habe dich in dein Zimmer gebracht. Du trinkst selten, habe ich festgestellt. Dir ging es gestern echt dreckig.“ Ich schaue dich zerknirscht an. „Stimmt. Ich vertrage keinen Alk. Und normalerweise trinke ich ja such nicht soviel. Aber gestern ist so viel passiert, da habe ich es einfach gebraucht. Wie viel Uhr ist es eigentlich?“ frage ich dich. Du schaust auf die Uhr „Es ist gleich 9 Uhr, wieso?“ gibst du mir antwort. Ich werde hektisch und springe aus dem Bett, da merke ich, dass ich nur in Unterwäsche geschlafen habe. Ich renne schnell ins Bad. Dort springe ich unter die Dusche.

Aki
Du fragtest mich, wie viel Uhr es ist. „Es ist gleich 9 Uhr, wieso?“ gebe ich dir fragend die Antwort. Du springst aus dem Bett und merkst anscheinend, dass du nur noch in Unterwäsche vor mir stehst, jedenfalls rennst du panisch ins Bad. Ich höre, wie du die Dusche anmachst. Ich muss leicht grinsen. Anscheinend weist du nicht mehr, wie du dich gestern selbst ausgezogen hast. Die Dusche hört auf zu prasseln. Anscheinend hast du fertig geduscht. Es hört sich so an, als würdest du dir gerade die Zähne putzen. Nach kurzer Zeit öffnet sich die Badtür ein Stückchen. „Könntest du dich bitte zur Zimmertür drehen. Ich brauche frische Klamotten.“ Kam es von dir. Ich grinste und drehte mich um. Was du aber anscheinend vergessen hattest, war der Spiegel an der Wand neben der Tür. Ich stellte mich natürlich genauso hin, dass ich dich beobachten konnte. Du hattest ein Handtuch um dich gewickelt. Und liefst zu deinem Schrank. Als du alles herausgewühlt hattest, gingst du wieder ins Bad. Ich drehte mich wieder ins Zimmer und setzte mich wieder aufs Sofa. Da kamst du auch schon aus dem Bad hinaus. Deine Augen hattest du wieder geschminkt, ich fand das sah sehr gut aus. Jetzt fragte ich dich noch mal: „Warum hast du es dann auf einmal so eilig?“ und sah dich fragend an. „Isi, meine Freundin von der ich dir gestern erzählt habe kommt heute um 10 Uhr am Flughafen an. Und ich muss ja noch ein Taxi bekommen und das Zimmer muss ich auch noch kurz aufräumen.“ Sagtest du, während du verzweifelt im Zimmer umherschautest. „Weist du was, ich fahre dich zum Flughafen und das mit dem Aufräumen, das wird das Zimmermädchen erledigen. Die müssten doch unterwegs sein. Komm mit.“ Du folgtest mir aus dem Zimmer hinaus. „Geh du schon mal nach unten. Ich habe das Zimmermädchen gesehen und kläre es schnell mit ihr.“ Du nicktest nur und gingst vor. Ich lief schnell zu dem Zimmermädchen. „Entschuldigung, könntest du mir einen gefallen tun das Zimmer muss dringend geputzt werden und für zwei Personen hergerichtet werden. Können Sie das bitte machen?“ fragte ich das junge Mädchen. „Muss ich doch sowieso machen.“ Seufzte sie. „Können Sie es bitte jetzt schnell machen. Es wird besuch erwartet und da soll doch alles schön sein.“ Mit diesen Worten drückte ich ihr 20 € in die Hand und sie nickte nur mit strahlenden Augen.

Leo
Naja, jetzt habe ich wenigstens einen Chauffeur, auch wenn ich mir die Reaktion von Isi gut vorstellen kann. Die wird sich nicht mehr einkriegen. Unten in der Halle steckte ich mir erst mal eine Kippe an. Ich muss mir unbedingt eine neue Stange kaufen. Die Schachtel ist die letzte aus der Stange. Da kamst du auch schon angewetzt. „Also lass uns schnell zu mir, mein Auto steht in der Tiefgarage.“ Sagtest du nur und griffst nach meinen Arm. Ich folgte dir gezwungenermaßen. An dem Haus angekommen, in dem du wohntest zogst du mich nach unten in die Tiefgarage, direkt zu deinem Auto. Wir stiegen ein. Recht schnell waren wir am Flughafen, da du gute Schleichwege bis dahin kennst. Ich steige aus und sage zu dir. „Ich hole schnell Isi und komm dann gleich wieder. Wartest du so lange, bitte.“ „Natürlich, ist doch kein Problem, ich stelle mich dahinten hin, hier darf ich nicht stehen bleiben.“ Kam es von dir. Ich nickte noch mal, schmiss die Tür zu und lief in den Flughafen hinein. „Leo, Leo, hier bin ich.“ Hörte ich Isi schreien. Schnell lief ich auf sie zu und fiel ihr um den Hals. „Isi, bitte flipp jetzt nicht aus, wenn ich dir sage, wer unser Chauffeur ist. Versprich mir das.“ Redete ich auf sie ein. Sie nickte verwundert. „Es ist Aki von The Rasmus“ erzählte ich dir. Du schautest mich mit großen Augen an. „Das glaube ich nicht.“ kam es von dir. Ich nickte. „Komm, dann wirst du es selbst sehen, ich will ihn sowieso nicht so lange warten lassen. Obwohl warte noch mal kurz, ich brauche Kippen.“ Kam es nur von mir. Ich steuerte genau auf den Kiosk zu, der am Rande vom Ausgang stand und holte mir zwei Stangen. Du standest in der Zeit neben mir, und konntest vor Aufregung nicht mehr richtig still stehen. Als ich gezahlt habe folgtest du mir. Beim Auto angekommen öffnete sich die Fahrertür und Aki stieg aus, um uns den Kofferraum zu öffnen und den Koffer hineinzutun. Isi bekam immer größere Augen. Dann stieg sie hinten ein, während Aki wieder auf dem Fahrersitz platz nahm und ich auf dem Beifahrersitz. Ich dreht mich zu dir um. „Hattest du einen guten Flug, Isi?“ wollte ich wissen. Du erzähltest mir alles, auch was so bei uns im Ort los ist, natürlich auf deutsch, so bekam Aki nichts mit. Ich wies Isi darauf hin, dass sie sich benehmen sollte, und dass sie dann die Chance hätte, die ganze Band kennen zulernen. Plötzlich fragte Isi mich, ob ich wüsste, dass Eero auch Deutsch kann. Ich verneinte, merkte aber aus dem Augenwinkel, dass dich das interessierte, was wir gerade über Eero redeten. Dann machten wir aus, dass wenn die Jungs irgendwas nicht mitbekommen sollten und Eero dabei war nicht Deutsch, gesprochen wird, sondern dass wir Gebärdensprache benutzen. Die hatten wir mal extra für eine Freundin gelernt, die durch einen Unfall nicht mehr hören konnte. Und haben festgestellt, dass sie ganz praktisch war, wenn nicht alle was mitbekommen sollten von unserem Gespräch.

Aki
Das ist fies, kaum sitzen die Mädels im Auto sprechen sie schon miteinander Deutsch. Sollte Eero vielleicht doch mal fragen, ob er es mir ein bisschen beibringt. Plötzlich höre ich, dass der Name Eero fällt, aber weis nicht in welchem Zusammenhang. Ich verstehe ja nichts. Ich sehe nur, dass Leo den Kopf schüttelt, bevor sie etwas zu Isi sagt. Ist irgendwie ein komischer Name, aber was soll’s. Wir sind am Hotel angekommen. Ich halte direkt davor, steige aus und hole den Koffer aus dem Kofferraum. Leo kommt auf mich zu und bedankt sich noch mal für meine Hilfe. Ich nutze die Gelegenheit und frage sie gleich: „Gehst du dafür heute Abend mit mir und den Jungs aus. Isi darf auch mit. Bitte.“ Sie schien zu überlegen. „Na gut, aber keinen Alk für mich. Versprochen. Und du trinkst auch weniger, wie an dem Tag wo wir und kennen gelernt haben. Dieses Mal habe ich keine Zeit dich zu retten.“ Kam es frech grinsend von dir. Und damit warst du verschwunden. Ich konnte dir noch nicht mal sagen, wann ich euch abholen würde. Ich werde nachher einfach noch mal anrufen. Erst mal fahre ich nach Hause. Dort Klemme ich mich hinters Telefon und mobilisiere euch. Lauri ist sofort dabei, wie immer wenn es Alk gibt. Pauli ist auch sehr schnell dabei. Nur bei Eero brauche ich ein paar Minuten länger. Aber mit viel Überredungskunst ist auch er bereit mitzukommen. Tja Mädels, nächstes mal werde ich erfahren, was ihr erzählt. Ich habe gerade aufgelegt, als mein Handy klingelt. Ich gehe dran. „Hallo?“ „Hallo Aki, wann treffen wir uns eigentlich? Haben wir vergessen auszumachen.“ Kam es von Leo aus dem Hörer. „Du bist zu schnell verschwunden gewesen. Ich konnte nichts dafür. Ich hole auch um viertel vor acht ab.“ Grinste ich. „Ok, einverstanden. Und Danke dafür, dass du dafür gesorgt hast, dass das Zimmer super aussieht.“ Kam es von dir zurück. „Hat mich auch einen 20er gekostet. Aber freut mich, dass ich dir geholfen habe.“ Winkte ich schnell ab. „Die 20 € bekommst du heute Abend von mir zurück. Versprochen.“ Meintest du noch, dann verabschiedeten wir und vorerst. Ich ging jetzt auch ins Bad. War ja heute nacht nicht daheim und muss mich noch Stylen für heute Abend. Also als erstes unter die Dusche.

Leo
Endlich habe ich Isi ins Zimmer bekommen. Sie hat es echt nicht fassen können, dass Aki unser Chauffeur gewesen war. Der Aki von ihrer Lieblingsband. Wir setzten uns auf Bett und ich versuchte Aki anzurufen. Aber auf Festnetz war immer besetzt. Wahrscheinlich rief er die Jungs an. Also suchte ich die Serviette heraus auf der auch seine Handy stand und rief dort an er ging dran. Wir verabredeten uns für viertel vor acht. Er wollte uns abholen. Isi und ich gingen dann erst mal etwas Essen, den inzwischen hatte ich Hunger. Es war ja auch schon Mittag. Nach dem Essen gingen wir noch etwas durch Helsinki spazieren. Ich wollte ihr die Schönheit dieser Stadt zeigen. Später gingen wir wieder auf mein Zimmer, dort legten wir uns aufs Bett und quatschten noch ein bisschen, bevor Isi begann mich auszufragen, wie ich Aki kennen gelernt habe. Ich sagte ihr, das ist der Kerl, den ich auf der Straße aufgegabelt habe im Stockbesoffenen zustand und ich ihr das schon am Telefon erzählt habe. „Und gestern, als du mich angerufen hast, stand ich auf seinen Balkon, und da habe ich dann auch mein Handy und mein Zimmerschlüssel vergessen. Und als er mir die Sachen bringen wollte, bin ich ihm Stockbesoffen in die Arme gefallen. Er hat mich dann hier hoch geschafft und sich um mich gekümmert. Und jedenfalls heute früh als ich wieder aufgewacht bin war er immer noch da. Und er hat mir vorgeschlagen, dass wir dich zusammen abholen, bzw. dass er mich zum Flughafen bringt.“ Erzählte ich ihr. „Was der hat hier in diesem Bett neben dir geschlafen?“ schaute sie mich ungläubig an. „Nein, er hat so wie es aussah wieder auf der Couch geschlafen, so wie letztes Mal. Aber ich habe den Fehler gemacht, ohne unter die Decke zu schauen einfach aufzuspringen, als er mir die Uhrzeit gesagt hatte. Ich weis nicht, ob er mich ausgezogen hat, oder ob ich das noch selber geschafft habe, jedenfalls stand ich nur in Unterwäsche gekleidet im Zimmer. Und das bei meinem Aussehen. Ich war noch nie so schnell im Bad.“ Schüttete ich ihr weiter mein Herz aus. Sie nahm mich tröstend in den Arm. „Hast du dich vielleicht in ihn verliebt?“ wollte sie wissen. Ich schüttelte nur den Kopf. „Nein, du spinnst doch, er ist nur ein guter Freund.“ Ich stand auf und merkte wie meine Schminke ganz verlaufen war. Also noch mal ins Bad, abschminken und Augen neu schminken. Als ich rauskam ging Isi auch schon ins Bad um sich schön zu machen. Und so wie es aussah hatte sie extra supersexy Klamotten dabei für heute nacht. Ok. Sie hatte auch die Figur dazu und konnte es sich leisten. Ich schaute an mir herunter und entschied, dass ich in Ordnung aussah. Ich überlegte, ob ich meine hohen Schuhe anziehen sollte. Aber da ich auch so schon ein ganzes Stück größer bin als du lasse ich es bleiben. Isi brauch sehr lange für ihr Styling. Ich glaube sie will den Jungs gefallen. Ich liege auf dem Bett und warte. Endlich erscheint sie. Was hat die den vor. Das ist gar nicht auffällig, was die anhat. „Denkst du gerade an Aki oder darüber was ich dir gesagt habe nach?“ wollte sie von mir wissen. „Nein, du weist doch was mit Micha war. So etwas will ich nicht noch mal erleben. Und wenn ich bis zu meinem Tod als Single durch die Welt spaziere. Er hat mir zu sehr wehgetan. Das ist auch mit ein Grund warum ich weg will aus Deutschland. Ich überlege mir, ob ich nicht hier bleiben soll. Ich finde es hier schön. Auch Aki als Freund möchte ich nicht missen. Er ist total super.“ fauche ich Isi an. Da klopft es an der Tür. Ich gehe hin und öffne die Tür. Aki steht in Begleitung von Eero davor. „Wir wollten euch abholen Seid ihr fertig?“ fragt Aki. Ich nicke und hole eine neue Schachtel Zigaretten aus der Stange, steckte diese in meine Tasche zu Geldbeutel und Handy. Dann schnappte ich mir Isi, die total geschockt mit offenem Mund mitten im Raum steht. Packe noch meinen Schlüssel ein und gehe auf die beiden zu.

Aki
Eero klingelt bei mir. Er bleibt heute nacht evtl. bei mir. Aber das wird sich noch zeigen. Ich packte noch schnell meine Sachen zusammen und dann gingen wir gemeinsam in Richtung Hotel. Wir waren zwar zu früh da, aber ich ging trotzdem direkt zu Leos Zimmer. Ich wollte anklopfen, als ich Leos wütende Stimme vernahm. Ich konnte zwar nichts verstehen, aber Eero. Ich schaute ihn an, aber er schüttelte den Kopf und klopfte dann plötzlich. Leo machte uns auf. Ich sagte: „Wir wollten euch abholen. Seid ihr fertig?“ Leo nickte und packte noch schnell ihr Zeug in eine kleine Tasche. Dann packte sie Isi am Arm und zerrte diese mit aus dem Zimmer hinaus. Draußen begrüßt du erst mal Eero und stellst ihn dann Isi vor. Er schaute sie ungläubig an, während er sie begrüßte. Was hatte Isi noch vor? Die lief ja halb nackt herum. Du hattest einen Spruch auf deine Tasche geschrieben. Leider in Deutsch. Ich fragte Eero und er übersetzte ihn. >All diese Momente werden verloren sein, wie Tränen im Regen!< Ich verstand den Spruch zwar nicht, aber er gefiel mir irgendwie, obwohl er sich auch gleichzeitig so bedrückend anhörte. Wir gingen dann zusammen ins unsere Stammkneipe. Isi sagte kein Wort, während du mir etwas überdreht vorkamst. Wir kamen gleichzeitig mit Pauli und Lauri zusammen an. Lauri freute sich, dich wiederzusehen und nahm dich in den Arm um dich ganz fest zu drücken. Ich sah, dass dir das nicht behagte. Aber Lauri ist nun mal so, er brauch immer viel Liebe. Pauli begrüßte dich ganz normal. Dann stelltest Isi den anderen beiden vor und ich merkte wie selbst Lauri die Klamotten von Isi zu übertrieben fand. Und dass kommt selten vor. Denn der schleppt gerne willige Frauen ab. Wir gingen zusammen rein uns setzten uns an einen Tisch. Eero und du ihr bestelltet euch eine Cola. Isi eine Rumcola und der Rest bestellt Bier.

Leo
Als wir an der Kneipe ankamen, kamen auch Pauli und Lauri gerade an. Lauri freute sich total mich zu sehen und viel mir um den Hals, wobei er sich einiges Strecken musste. Ich merkte wie mein Körper sich versteifte, ich hasse es, wenn mich jemand berührte, ohne dass ich es wollte. Besonders, wenn derjenige noch männlich war. Pauli war wenigstens so gnädig mich normal zu begrüßen. Ich stellte Isi vor und merkte wie abstoßend die Jungs ihr Outfit fanden. Aber das war nicht mein Problem. Wir gingen hinein und setzen uns. Isi bestellte sich eine Rumcola. Ich denke das brauch sie, um wieder nach unten zu kommen. Denn plötzlich sitzt sie mit ihrer Lieblingsband an einem Tisch. Daran hat sie im Traum nicht gedacht. Wir unterhielten uns ein bisschen. Jedenfalls die Jungs und ich. Isi konnte nicht so gut Englisch und war sowieso total überfordert mit der Situation. Nach einiger Zeit nahm ich sie an der Hand und zog sie mit auf die Tanzfläche. „Du bist total verkrampft. Sei locker. Die tun nichts.“ Redete ich auf sie ein. Sie nickte und wir tanzten. Plötzlich stand Aki vor mir und fragte ob ich mit ihm tanzen würde. Ich schaute Isi fragend an und sie nickte. So wandte ich mich Aki zu. Unerwartet höre ich einen Schrei. „Leo.“ Ich drehe mich um, und sehe, wie Isi von einem schmierigen Kerl antatscht wird. So schnell es geht kämpfe ich mich fluchend durch die Massen, die durch den Schrei irritiert stehen geblieben sind. Ich schreie den Kerl an. Der lässt sie vor schreck los und ich ziehe ihn von Isi weg. Er blafft mich an, was mich noch mehr in Rage bringt. Er will sich wieder ihr zuwenden. Doch ich kann ihn zurückhalten und haue ihn eine Runter während ich auf ihn einschrie. Dann zog ich Isi an mich und gab ihr einen Zungenkuss. Der Typ verschwand dann nach der Blamage und ich zog sie zu unserem Tisch zurück. Langsam kam wieder Leben in die Massen. Pauli der auch aus seiner Erstarrung erwachte, hatte einen langen Mantel dabei, den er Isi um die Schultern hängte. Ich legte das Geld für unsere Getränke auf den Tisch und verabschiedete mich schnell von euch. Isi machte ich Vorwürfe in Gebärdensprache, die anderen mussten ja nicht unbedingt mitbekommen, was ich ihr vorwarf und zog sie dabei raus.

Aki
Du zogst Isi mit auf die Tanzfläche und dort sagtest du ihr irgendwas. Dann tanztet ihr dort ausgelassen. Ich konnte nicht wiederstehen und ging auch auf die Tanzfläche. Dort angekommen fragte ich dich, ob du mit mir tanzen wolltest. Du schautest Isi fragend an und die hatte nichts dagegen. So tanztest du mit mir. Plötzlich schrie Isi deinen Namen, du stocktest und bahntest dir fluchend einen Weg durch die Menge. Jedenfalls der Stimmlage nach war es Fluchen, denn du sprachst Deutsch. Durch die Gasse, die sich zwangsläufig bildete sah ich auch, warum du so aufgebracht war. Es ist ein Nachteil, wenn man so klein ist wie ich. Aber du bist ja einen Kopf größer. Ich hörte dich Schreien. Der Kerl entgegnete etwas nicht minder freundliches und du zetterste noch mehr los und ich hört nur noch ein *Uff* von ihm. Langsam konnte ich auch erkennen, was abging. Du schnapptest dir Isi und küsstest sie auf den Mund. Der Typ zog mit rotem Kopf ab. Erst wird er von einem Mädchen geschlagen und dann wurde auch noch sein ausgesuchtes Opfer von einer Frau geküsst. Ich sah, dass die anderen auf die Bänke gestiegen sind, um was zu sehen. Naja, die waren mal von Eero abgesehen auch nicht größer wie ich. Du zogst Isi hinter dir her. Auch ich folgte euch. Du gestikulierst irgendwie gerade vor Isi herum und sie nickte nur. An unserem Tisch gab Pauli euch seinen Mantel für Isi. Und du legtest Geld für die Getränke auf den Tisch und verabschiedetest dich noch schnell, während du den Rest von Isis Glas trankst. Dann zerrtest du Isi aus der Kneipe raus. Ich sah Eero mit großen Augen an. „Was hat sie denn geschimpft, als sie zu Isi hin ist?“ Wollte ich wissen. „Sie schrie etwas von >Scheiße, Verdammter Mist, muss so etwas immer mir passieren, oder wenn ich in der Nähe bin? Ich habe keinen Bock mehr. Aber wenn der ihr auch nur ein Haar krümmt, kann der seine Eier vergessen.< und als der Kerl sich noch mal Isi zuwendete schrie sie noch etwas von >Ihr verdammten Schwanzgesteuerten Arschlöcher.< Also bevor sie ihm eine donnerte. Du wolltest doch wissen, was sie vorhin geschrieen hat. >Nein, du weist doch was mit Micha war. So etwas will ich nicht noch mal erleben. Und wenn ich bis zu meinem Tod als Single durch die Welt spaziere. Er hat mir zu sehr wehgetan. Das ist auch mit ein Grund warum ich weg will aus Deutschland.< Also so wie die drauf war. Würde ich sagen, du solltest ein Auge auf sie haben.“ Meinte er leicht zerknickt. „Meint ihr, sie ist Lesbisch?“ wollte ich plötzlich von euch wissen. „Du meinst, weil sie Isi geküsst hat? Ich denke nicht. So wollte sich den Kerl noch mehr blamieren. Ich denke, sie will was von dir.“ meinte Lauri dann zu mir. Ich schaute ihn dankbar an. Kurz blieb ich noch, dann brachen Eero und ich auf. Eero feierte sowieso nicht gerne und mir war die Lust vergangen, nachdem Vorfall.

Leo
Bis wir im Hotel waren sagte Isi kein Wort. Auf meinem Zimmer fing sie dann das heulen an. Ich nahm sie in meinen Arm und ließ sie einfach weinen. Nach einiger Zeit wollte sie wissen, warum ich sie geküsst habe. „Um dem Kerl zu blamieren. So hat er gedacht, du wärst lesbisch. Und dich zu küssen ist ja nicht schlimm, haben wir ja schon öfters gemacht.“ Erinnerte ich sie. Das ist zwar schon Jahre her, wir haben halt aneinander geübt, wie man küsst. Sie schlief in meinem Arm ein und ich legte sie richtig ins Bett und deckte sie zu. Dann nahm ich mein „Schreibbuch“ zur Hand. Es ist eine Art Tagebuch, nur dass ich da nicht alles sondern nur bestimmte Sachen einschrieb. Die Sache von heute zum Beispiel. Mein Hass, den ich dabei hatte und dieser Ekel und alle anderen Gefühle und Tatsachen. Aber es brachte mir keine Beruhigung. Ich nahm die Kippen und setzte mich auf den Balkon um zu rauchen. Das kleine Messer, was ich seit damals meistens dabei hatte nahm ich aus meiner Tasche. Dann zog ich mein Hosenbein nach oben und fing an mir in die Haut zu ritzen. Ich wusste, dass es falsch war. Aber ich musste mich abreagieren, sonst würde ich platzen. Es wundert mich sowieso, dass Aki mich heute früh nicht auf die Narben angesprochen hatte, aber es kann auch sein, dass er etwas weiter oben mit seinem Blick hängen geblieben ist. Manchmal ist es also doch praktisch, viel Holz vor der Hütten zu haben. Dieses Brennen tat gut. Endlich wurde ich ruhiger. Langsam ging ich wieder rein, schminkte mich ab und fiel auch ins Bett. Ich hatte einen unruhigen Schlaf.

Aki
Als wir bei mir waren sprachen wir noch ein bisschen über den Vorfall und Eero äußerte einen Verdacht. Ich dachte darüber nach. So abwegig war er wirklich nicht. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile über dich. Eero behauptete grinsend, dass ich mich in dich verliebt habe. Ich zuckte mit den Schultern. Dann ging ich hinaus in den Flur, wo ich noch immer die Diggicam von Pauli liegen hatte und zeigte Eero das Foto. „Ich fand es traumhaft, wie sie da saß und spielte. Ich konnte nicht anders. Sie sieht so aus, als wäre sie in einer anderen Welt, dann habe ich mich geräuspert und sie ist total hektisch aufgesprungen und hat sie Sticks fallen lassen. Zusätzlich wurde sie Knallrot, aber das kann, wenn du recht hast auch daran gelegen haben, dass ich nur mit Handtuch bekleidet herumstand. Und dann ist sie ganz nervös auf den Balkon herausgestürmt.“ Erzählte ich dir von gestern. Du grinstest. „Du lässt jemanden an dein Baby ohne gleich einen Schreikrampf zu bekommen und loszuzetern? Das ist ja was ganz neues. Selbst von uns darf nur Lauri und das auch nur mit deiner Erlaubnis an deine Drums. Aki, Aki ich mach mir Sorgen um dich.“ Ich wurde rot und machte, dass ich schnell ins Bett kam. Aber schlafen konnte ich nicht, denn ich war viel zu aufgeregt. Was heute alles passiert war. Und in den letzten paar Tagen, seid ich dich jetzt kenne. Mit dir wird es echt nie langweilig.

Leo
Ich wachte sehr früh auf. Ein Blick auf die Uhr verriet mir aber, dass es schon Frühstück gab. So zog ich mich an und ging hinunter. Essen konnte ich noch nichts, aber eine Tasse schwarzer Tee kann jetzt nicht schaden. Also holte ich mir eine Tasse heißes Wasser, einen Teebeutel und Zucker. Ich setzte mich an einen Tisch und ließ den Beutel ins Wasser gleiten. Während ich wartete, fuhr mein Finger über das Muster auf dem Tischdeckchen, welches in der Mitte auf dem Tisch lag und über das kühle, glatte Marmor des Tisches. Dann nahm ich den Teebeutel hinaus, füllte Zucker in meine Tasse und trank ein kleines Schlückchen. Danach fuhr ich gedankenverloren über den Rand meiner Tasse. Hinter mir räusperte sich jemand. Ich drehte mich um und sah Aki vor mir stehen. Ich begrüßte ihn und er setzte sich mir gegenüber. „Geht’s besser?“ fragte er leise. Ich schüttelte den Kopf und mir liefen die Tränen herunter. Er zog seinen Stuhl zu mir rüber und ich legte meinen Kopf an seine Brust. Er nahm mich in den Arm und streichelte mit beruhigenden Worten meinen Arm immer wieder auf und ab. Es tat gut, auch wenn ich ihn grade mal eine Woche lang kenne. Ich vertraute ihn irgendwie. Konnte aber nicht sagen weswegen, denn eigentlich habe ich mir geschworen niemals mehr einen Kerl zu trauen.

Aki
Nachdem ich sowieso nicht schlafen konnte, stand ich früh auf, schrieb Eero einen Zettel und ging zum Hotel, Ich hoffte, dass du schon wach bist. Als ich am Fenster des Frühstückraums vorbei gehe, sehe ich eine einsame Person, die gedankenverloren in der Gegend umherschaut. Ich beobachte dich eine Zeitlang. Und merke, wie ich mir wünsche, du würdest mich so streicheln wie du über den Rand deiner Tasse fährst. Ich schüttle meinen Kopf, um diesen Gedanken zu vertreiben und trete hinter dich. Mit einem leichten räuspern mache ich dich aufmerksam auf mich. Du drehst dich um und siehst mich mit traurigen Augen an. Sie sind sehr dunkel geworden. Das leuchten und der Grünstich in deinen Augen fehlt mir. Ich setze mich dir gegenüber an den Tisch und weil mir nichts besseres einfällt. *mir selber in den Arsch tret* frage ich dich „Geht’s besser?“ Du schüttelst den Kopf und ich sehe, das sich die Tränen einen Weg über deine Wangen bahnen. Ich zog meinen Stuhl neben dich und du legtest deinen Kopf auf meine Brust. Ich legte einen Arm um dich und fuhr langsam mit meinen Händen über deinen Arm, während ich leise auf dich einredete. Ich würde dich so gerne Küssen. Dir jede einzelne Träne vom Gesicht küssen. Doch weis ich auch, dass wenn Eeros und mein Verdacht stimmten, du den ersten Schritt machen musst.

Leo
Plötzlich wurde mir bewusst, dass es mir gefiel. Und ich sprang auf. „Danke, dass du mich getröstet hast, aber ich muss jetzt nach Isi schauen. Die müsste inzwischen aufgewacht sein.“ Damit rannte ich hoch in mein Zimmer und ließ Aki zurück. Oben angekommen merkte ich, dass Isi noch schlief. Ich setzte mich neben sie aufs Bett und wartete. Scheiße, hatte Isi gestern vielleicht doch recht gehabt, als sie behauptet hat, ich sei in Aki verliebt? Naja, da ich nachts so schlecht geschlafen habe, pennte ich noch mal ein. Da merkte ich, dass Isi neben mir unruhig wurde und sich hin und her warf. Ich öffnete die Augen und weckte sie. „Isi, wach auf.“ Sie schlug die Augen auf. „Leo, ich will hier weg, bist du mir böse, wenn ich heute schon wieder fliege?“ fragte sie mich unsicher. Ich schüttelte den Kopf. „Nein, dass verstehe ich vollkommen. Ich wäre ja auch am liebsten verschwunden, nachdem das mit Micha passiert war. Aber ich konnte ja nicht. Das habe ich jetzt nachgeholt. Und so wie es aussieht war das der richtige Weg. Hier kann ich mich wieder freier bewegen und habe das Gefühl wieder Glücklich werden zu können. Ich habe mich entschlossen, so schnell wie möglich Finnisch zu lernen und hier her zu ziehen. Dann schaue ich mal, ob ich vielleicht einen Job finde. So gar nichts machen ist auch langweilig. Auch wenn ich finanziell keine Probleme habe. Soll ich am Flughafen anrufen und fragen, wann ein Flug frei ist?“ fragte ich Isi, während ich sie in den Arm nahm. Sie nickte nur. Also griff ich zum Telefon und ließ mich mit dem Flughafen verbinden. In drei Stunden ist noch ein Platz frei. Ich reserviere ihn für Isi. Diese warst schon dabei zu packen. In einer Stunde mussten wir ja auch schon am Flughafen sein. Isi ging noch mal ins Bad, um sich frisch zu machen und dann gingen wir hinunter um uns ein Taxi zu besorgen. Im Taxi dauerte die Fahrt länger, als mit Aki, aber vielleicht lag das auch daran, dass wir so schweigsam waren. Ich blieb noch bei Isi, bis sie eingecheckt hatte und im Flugzeug saß. Dann lief ich wieder hinaus. Ich war richtig froh, dass sie wieder weg war. Jetzt hatte ich wieder das Gefühl richtig atmen zu können. Ich wusste zwar nicht, wie ich laufen musste, um zum Hotel zu kommen und doch habe ich mich zu Fuß auf den Weg gemacht. Nach einiger Zeit des Wanderns habe ich mich in ein Kaffee gesetzt um mich ein bisschen zu stärken. Bis auf den Tee von heute Früh und einer halben Schachtel Kippen habe ich bisher noch nichts zu mir genommen. Mir fiel ein, das ich Pauli noch seinen Mantel vorbeibringen musste. Der musste noch ein bisschen warten. Erst mal muss ich sowieso nachhause finden.

Aki
Nach einiger Zeit sprang Leo einfach auf verschwand, nachdem sie sich bedankt hatte. Ich saß noch kurz überflüssig in dem Raum herum und dann beschloss ich wieder nachhause zu gehen. Eero müsste inzwischen auch schon aufgewacht sein. Und recht hatte ich. Er saß im Wohnzimmer und meditierte. Typisch Eero, der hatte immer die Ruhe weg. Ich setze mich auf das Sofa und schaute ihm zu. Unerwartet schaute er zu mir hin und fragte: „Wie war es bei Leo?“ Ich erzählte es ihm. „Dann bist du schon mal einen Schritt weiter, wenn sie sich von dir anfassen lässt. Aber lass ihr Zeit. Sie wird auf dich zukommen.“ Kam es dann von dir. Meine Antwort war ein leises, resigniertes „Ich weis.“ Ich brauche jetzt Ablenkung. Also stand ich auf und ging zu meinem Schlagzeug. Als ich dahinter saß, nah ich auch gleich meine Sticks und dreschte auf mein Schlagzeug ein. Eero kam auf mich zu und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Verausgab dich nicht so. Wir haben gleich noch Probe.“ Murmelte er nur. Er hatte recht und ich unterbrach mein Spiel. Wir quatschten noch ein bisschen, bevor wir zur Probe aufbrachen.

Leo
Nachdem ich meinen Tee fertiggetrunken habe ging ich weiter. Da kam ich an einem Park vorbei. Ich ging hinein und setzte mich auf eine Bank. Es war schön hier. Ein kleiner Teich mit Enten drauf und viele schöne Blumen. Ich liebe die Farben der Blumen und auch den Geruch. Blumen betören die Sinne. Ich genoss die Stille und die Sonne die hier war. Später werde ich mir wohl doch noch ein Taxi schnappen, sonst komme ich gar nicht mehr ins Hotel zurück. Ich habe mich absolut verlaufen, war wirklich eine Schnapsidee gewesen vom Flughafen heimlaufen zu wollen. Aber ich bringe sowieso nichts mehr auf die Reihe. Vielleicht sollte ich auch mal wieder nach Deutschland fliegen und meine Eltern besuchen. Langsam rappelte ich mich wieder auf und fand auch schnell ein leeres Taxi. Ich sagte ihm die Adresse vom Hotel und er fuhr mich hin. Im Hotel angekommen merkte ich, dass ich totalen Hunger hatte, also auf in die Pizzeria. Da waren die Pizzas echt lecker gewesen. Ich drehte mich gleich wieder um und schlenderte hinüber. Heute war weniger los. An einem kleinen Tisch ließ ich mich nieder und bestellte. Kurze Zeit später hatte ich die Pizza schon vor meiner Nase stehen. Genüsslich biss ich rein und aß sie bis zum letzten Krümel auf. Ach, dass hat jetzt echt gut getan. Wieder im Hotel rufe ich meine Eltern an, sage ihnen, dass ich in den nächsten Tagen zu besuch kommen würde. Dann fing ich an meine Sachen zu packen. Denn ich werde in dieses Hotel nicht mehr zurückkommen, das habe ich jedenfalls beschlossen. Ich erkundige mich ob übermorgen ein Flug frei ist. Ich habe glück und reserviere den Platz für mich. Dann gehe ich runter an die Rezeption und sage bescheid, auch dass sie dann die Rechnung fertig machen sollten. Oben auf meinem Zimmer fiel mir dann wieder der Mantel von Pauli in die Hand. Den sollte ich auf jeden fall noch zurückbringen, bevor ich flog. Also nahm ich ihn und lief zu seinem Haus. Ich wusste ja, wo es lag. Dort angekommen klingelte ich. Kurze Zeit später wurde auch schon die Tür geöffnet. Aber nicht Pauli wie erwartet, sondern Lauri öffnete die Tür.

Lauri
Ist ja Typisch, immer wenn wir am Proben sind, irgendetwas stört immer. Sei es ein Handy, was vergessen wurde auszuschalten oder halt die Tür. Weil ich am schnellsten an der Tür war ging ich halt hoch und öffnete die Tür. Davor sah mich eine irritierte Leokadia an. „Ich wollte Pauli nur den Mantel zurückgeben. Sagst du ihm noch mal Danke. Bye.“ Kam es von ihr und sie wollte sich schon wieder verdrücken. Ich fasste sie am Arm und zog sie mit runter. „Wir wollen jetzt erst mal genau wissen, was gestern passiert ist, und wo ist eigentlich Isi? Wollte die nicht ein paar Tage bleiben?“ fragte ich sie. Bevor sie etwas sagen konnte waren wir schon untern angekommen. Ich reichte dem verdutzten Pauli seinen Mantel und setzte Leo auf das Sofa und pflanzte mich direkt daneben. Inzwischen kam auch wieder leben in die andern und setzten sich auch dazu. Langsam fing sie an zu erzählen.

Leo
Ich drückte Lauri den Mantel in die Hand und wollte schnell wieder verschwinden. Da hatte ich die Rechnung aber ohne Lauri gemacht. Der zog mich am Arm ins Haus und ich musste ihn zwangsweise folgen. Er zog mich in den Probenraum. Auf dem Weg dorthin wollt er noch wissen, was gestern genau war und wo Isi jetzt sei. Er schob mich auf die Couch und ließ sich selber daneben fallen. Die anderen drei waren auch sehr schnell bei uns und schauten mich gespannt an. „Also, ich tanzte ja mit Aki und plötzlich schrie Isi laut, dass habt ihr ja auch gehört. Ich habe mich zu ihr umgedreht und gesehen, wie so ein schmieriger Kerl sie betatscht hat. DA bin ich total ausgerastet und sofort dazwischen. Und nachher habe ich Isi gesagt, dass sie den Kerl echt provoziert hat mit ihren Klamotten. Das hat sie inzwischen auch gemerkt und war total zerknirscht. Ich habe sie dann getröstet und heute früh wollte sie unbedingt wieder nach Deutschland. Es war echt zuviel für sie gestern. Erst lernt sie ihre Lieblingsband kennen und bekommt den Mund nicht auf und dann kommt so ein Kerl...“ erzählte ich den vieren, die jetzt mit offenem Mund vor mir saßen. „Warum hast du Isi eigentlich geküsst?“ wollte Lauri wissen. „Nun, ich wollte diesen Kerl blamieren, und zwar so sehr wie er noch nie im Leben blamiert worden war. Und das schlimmste für solche Kerle ist, wenn sie eine Lesbe angemacht haben. Nachdem ich von Isi meinen ersten Zungenkuss bekommen habe, macht es mir nichts aus, sie zu küssen.“ Antwortete ich Schulterzuckend. „Was hast du eigentlich so mit den Armen vor Isi herumgefuchtelt, als ihr rausgegangen seid?“ Wollte Eero jetzt wissen. „Tja, damit du nicht alles mitbekommst, habe ich mit ihr in Gebärdensprache geredet. Du brauchtest nicht mitzubekommen, was ich ihr alles gesagt habe. Es ist echt praktisch sie zu können.“ Grinste ich ihn an. Die anderen mussten grinsen, denn sie hätten sowieso nichts verstanden.

Aki
Lauri kam wieder zurück und zwar mit Leo am Arm. Wir staunten nicht schlecht. Er drückte Pauli seinen Mantel in die Hand und schob Leo auf das Sofa. Wir anderen waren schnell bei ihm und Leo. Sie begann zu erzählen, was gestern genau passiert war, weil wir ja bedingt durch unsere Größe nicht allzu viel mitbekommen haben. Isi war wieder abgereist. Ist glaube ich auch besser für sie. Als Leo mit ihrem Bericht fertig war, fragte Lauri sie, warum sie Isi geküsst hatte. Der war schon immer so neugierig. Du erzähltest es und mir fiel ein Stein vom Herzen. Eero konnte sich die Frage nach deinem Herumgefuchtel auch nicht verkneifen. Grinsend sagte Leo ihm, dass er ja nicht unbedingt alles wissen musste, und dass sie deswegen Gebärdensprache benutzt hatte. Wir anderen mussten grinsen, weil verstanden hätten wir sowieso nichts und Eero machte ein finsteres Gesicht. „Ich werde übermorgen auch nach Deutschland zurückfliegen. Ich weis nicht, ob und wann ich hierher zurückkomme. Aber ich möchte mich bei euch für eure Hilfe bedanken.“ Kam es von Leo. Ich war geschockt. Wo ich langsam an sie heran gekommen bin haut sie ab. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich fand keine Worte.

Lauri
Ich glaub ich habe nicht richtig gehört. Leo wollte wieder zurück nach Deutschland und hatte anscheinend auch nicht vor, so schnell wieder hier her zu kommen. „Aber warum?“ brachte ich gerade noch hinaus. Sie schaute mich an. „Mir ist klar geworden, dass ich nicht vor meinen Ängsten davon laufen kann, sondern mich ihnen stellen muss. Und das kann ich nur in Deutschland. Und da ich nicht weis, wie lange ich dazu brauch, kann ich auch nicht sagen, wie lange ich wegsein werde. Vielleicht komme ich das nächste mal erst, wenn ich ganz hierher nach Finnland ziehe. Wer weis.“ Ich konnte sie verstehen, denn auch ich musste mich erst meinen Ängsten stellen, bevor ich glücklich werden konnte. Aber für Aki wird das schwer werden, denn der hat sich voll in sie verliebt. Ich nickte und sah auch die anderen nicken. Bildete ich es mir nur ein oder warf Leo Aki einen entschuldigenden Blick zu. „Unternimmst du dafür mit uns morgen was?“ wollte ich noch wissen. „Ja gerne, was schlagt ihr den vor?“ gabst du von dir. Ich zuckte mit den Schultern „Ehrlich gesagt keine Ahnung. Aber es wäre schade, wenn du einfach so gehen würdest.“ Da sah ich ein glitzern in deinen Augen. „Wenn mir jemand seine Küche leiht und morgen früh mit mir einkaufen geht koche ich uns was schönes, dann habt ihr wenigstens eine leckere Erinnerung an mich.“ Grinstest du in die Runde. Akis Augen fingen das leuchten an. „Du kannst gerne bei mir kochen. Da musst du auch nicht so weit laufen und beim Einkaufen helfe ich dir auch. Was gibt es denn?“ kam es von Aki. Typisch, immer hungrig der Kerl. „Was gutes, ich hoffe es jedenfalls, denn ich koche sehr selten, und ich wünsche, ich finde hier alles an Zutaten.“ Meintest du. Ich grinste dich an und sagte noch: „Ich hoffe, du kannst auch große Portionen kochen, denn Aki und Pauli haben immer Hunger.“ Damit fing ich mir zwei böse Blicke ein. Du lachtest. „Ja, davon kann ich auch eine große Menge kochen. Früher habe ich dieses Gericht für ~20 Personen kochen dürfen und soviel werdet ihr ja nicht essen, oder?“ Ungläubige Blicke von allen ruhten auf dir. „Ja, ich habe nach der Schule ein Jahr Praktikum in einem Kinderhort gemacht, und da musste ich unter anderem Kochen.“ Prusteste du los. „Ach so, na dann muss es ja reichen. Aber wir sollten jetzt doch weiter Proben. Bleibst du noch da?“ Du bejahtest nur.

Leo
Als ich erzählte, dass ich in übermorgen früh wieder nach Deutschland fliegen würde und nicht wüsste, für wie lange schauten mich die vier geschockt an. Am schlimmsten fand ich den Blick von Aki, es sah aus, als hätte ihn jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich wollte ihn zwar nicht wehtun, aber ich konnte im Moment nicht hier blieben. Mir ist klar geworden, dass ich mich meinen Problemen stellen muss, und das konnte ich nur in Deutschland. Lauri fragte mich warum. Ich sagte ihnen meinen Grund. Sie nickten alle verstehend. Ich schaute Aki entschuldigend an. Er war in den paar Tagen schon ein guter Freund geworden, doch ich musste gehen. Lauri fragte mich, ob ich Lust hätte morgen noch mal was mit euch zu unternehmen, sozusagen als Abschied. Ich fragte was. Aber keiner hatte einen Einfall. Ich schlug vor, dass ich morgen für uns alle kochen würde. Ich bräuchte nur eine Küche und einen Packesel. Aki meldete sich mit leuchtenden Augen und wollte auch gleich wissen, was ich gutes zubereiten würde. Ich sagte nur, dass es was gutes ist und Lauri fragte noch, ob ich auch große Portionen kochen konnte, denn Aki und Pauli sollen immer hungrig sein. Ich lachte und meinte, dass ich das Gericht früher für ~20 Personen gekocht habe. Jetzt schauten mich alle vier mit großen, ungläubigen Augen an. Ich prustete: „Ja, ich habe nach der Schule ein Jahr Praktikum in einem Kinderhort gemacht, und da musste ich unter anderem Kochen.“ Damit waren alle zufrieden und Lauri meinte noch, dass das reichen müsste. Dann fragte er mich, ob ich noch für den Rest der Proben bleiben würde. Ich blieb.

Aki
Morgen würde ich erst mit Leokadia einkaufen gehen und dann wird sie bei mir kochen. Es war ein schwacher Trost dafür, dass sie übermorgen wieder nach Deutschland fliegen würde und nicht weis, wann sie wieder nach Finnland kommen würde. Leo blieb noch für den Rest der Proben. Das machte mir die Sache schwerer. Ich konnte mich kaum konzentrieren. Lauri fuhr mich mehr als einmal an, dass ich mich mehr konzentrieren sollte. Aber irgendwann war er es auch leid und wir brachen die Proben ab. Ich sah auf die Uhr und bemerkte nur: „Ich habe Hunger.“ Die anderen grinsten. „Ok, dann lass uns mal schauen, ob meine Mutter was gutes gezaubert hat. Sie wollte heute ja mal wieder für uns Kochen.“ Sagte Pauli unter einem Grinsen. Damit gingen wir hoch in die Küche. Dort wurde Leo erst mal der Mutter vorgestellt. Die fragte auch gleich, ob Leo zum Essen bleiben würde. Aber diese verneinte. Ich wurde traurig. Das essen sollte noch etwas dauern und so gingen wir auf Paulis Zimmer. Leokadia wurde einfach mitgezogen. Wir verteilten uns in seinem Zimmer. Leo sah Paulis Laptop auf seinem Schreibtisch stehen. „Hat der Internetanschluss?“ fragtest sie. Er nickte und schon kam die nächste Frage von ihr: „Darf ich ihn mal kurz benutzen?“ Wieder ein nicken von Pauli und sie drehte sich an den PC. Wir unterhielten uns noch über die Proben und ich wurde gleich wieder aufgezogen. „Na, warst du mit den Gedanken zu sehr bei jemanden bestimmtest? Konntest dich ja noch nicht mal konzentrieren..“ kam es von den anderen. Boah, wurde ich rot. Gut, dass du gerade beschäftigt warst.

Leo
Nachdem die Probe abgebrochen worden war, sagte Aki, dass er Hunger habe. Pauli meinte, wir sollten doch mal hoch schauen, weil seine Mutter für alle kochen würde. Es ging also in die Küche, wo geschaut wurde, wie weit seine Mutter war. Ich wurde ihr vorgestellt und sie fragte mich, ob ich mitessen wollte. Dies verneinte ich. Denn ich hatte schon eine große Pizza heute Mittag gegessen. Das ist eine Menge, wenn man bedenkt, was ich sonst esse. Dann wurde ich mit in Paulis Zimmer geschleift. Dort ließ ich mit auf seinen Schreibtischstuhl nieder, während sich die anderen es sich auf dem Bett, den Sessel und dem Boden bequem machten. Ich habe entdeckt, dass Pauli einen Laptop im Zimmer stehen hatte. Ich fragte ihn, ob er Internetanschluss hatte. Er nickte und als ich ihn fragte, ob ich den PC mal benutzen dürfte hatte er auch nichts dagegen. Ich rief meine E-Mailadresse auf. Lauter Werbung. Und dass, obwohl ich erst seit drei Wochen nicht mehr auf der Adresse war. Ich löschte alles, als ich eine Interessante E-Mail fand. Sie war von meinen Ehemaligen Mitschülern. Wir hatten also in zwei Wochen ein Klassentreffen. Ich antwortete schnell, dass ich auch kommen würde. Und schrieb dann Isi eine Mail, dass ich übermorgen in München ankommen würde und es dann am nächsten Tag weiter nach hause ging. Die Jungs meckerten anscheinend gerade Aki wegen seiner Patzer bei den Proben an, denn der sagte kein Wort, verstehen konnte ich sie sowieso nicht. Ich rief meine Bankseite auf, um mal meinen Kontostand zu überprüfen. Noch immer blieb mir mein Herz stehen, wenn ich diese Summe sah. Einmal im Leben Lotto gespielt und bei normaler Lebensweise ohne Geld zu verdienen ein Leben lang ausgesorgt. Das war herrlich. Ich war nicht mehr abhängig, von niemanden mehr, nie wieder. Ich drehte mich wieder um zu den anderen. „Und was interessantes?“ fragte Pauli. Mit einem Schulterzucken meinte ich nur: „Meine alte Klasse will sich in zwei Wochen treffen, da werde ich wohl hingehen. Jetzt bin ich ja sowieso schon auf dem Weg nach Deutschland. Es freut mich, die ganzen Leute jetzt nach 4 Jahren wieder zu sehen. Aber ich muss jetzt gehen und auch packen. Denn morgen werde ich wahrscheinlich nicht dazu kommen. Aki, ich rufe dich morgen an wegen dem Einkauf.“ Damit stand ich auf und verabschiedete mich. Pauli brachte mich noch zur Tür.

Aki
Nachdem sie sich wieder vom PC zu uns gedreht hatte, wurde sie von Pauli gefragt, ob es etwas interessantes gegeben hat. Du erzähltest uns von deinem Klassentreffen. Dann verabschiedetest du dich schnell, nicht ohne mich an morgen zu erinnern. Pauli brachte dich noch zur Tür. Ich sah, dass der PC noch flackerte. Anscheinend hatte Leo vergessen, ihn auszuschalten. Ich ging hin und schaute, was für eine Seite offen war. Ich rief Eero, da es offensichtlich eine deutsche Seite war. „Das ist eine Bankseite, anscheinend hat sie ihren Kontostand oder so abgerufen. Warte, da oben steht etwas von Ihr aktueller Kontostand.“ Noch während er das sagte klickte ich schon auf diesen Link. Was wir dann sahen lies uns alle schlucken. So viel wie die auf ihrem Konto hatte hatten selbst wir nicht. „Woher hat die das viele Geld?“ fragten wir uns. Aber da es keiner zugeben wollte, dass wir gespitzt hatten, wollte keiner Leo direkt fragen. Da rief auch schon Paulis Mutter zum Essen. Dieser war noch unten. Ich schloss die Seite. Als wir untern ankamen wollte Pauli wissen, ob wir ein Gespenst gesehen haben, so wie wir aussahen. Ich schüttelte den Kopf und als seine Mutter nicht im Raum war, erzählte ich ihm von unserer Entdeckung. „Vielleicht hat sie geerbt.“ Sagte er nur darauf. Damit war das Thema vom Tisch.

Leo
Ich ging zurück zum Hotel. Dabei fiel mir ein, dass Aki noch 20 € von mir bekam. Oh Gott, dass hatte ich ja ganz vergessen. Zufällig kam ich an einem Geschäft mit Karten vorbei. Ich ging hinein und erklärte dem Verkäufer, dass ich eine benötigte, die Sorry sagte. Er zeigte mir ein paar und ich entschied mich für die meiner Meinung nach schönste. Zusätzlich kaufte ich mir noch ein paar Ansichtskarten von Helsinki, besonders schön fand ich die bei Nacht. Nach dem Bezahlen schlenderte ich weiter zum Hotel. Endlich war ich da angekommen. Es war ein aufregender Tag gewesen. Ein Bad wäre jetzt genau das richtige, aber ich hatte nur ein Zimmer mit Dusche. Aber stand nicht in der Beschreibung des Hotels etwas von Schwimmbad? Ich fragte an der Rezeption nach und die erklärte mir den Weg. Ich ging nach oben und holte mir meine Badesachen aus dem Koffer (gut dass ich die doch noch eingepackt hatte). Und schon stiefelte ich hinunter in das Schwimmbad. Kurz darauf war ich umgezogen und schwamm in dem leeren Schwimmbecken. Es tat richtig gut, auch wenn die Wunde von gestern durch das Chlorwasser brannte. Nach einer Stunde war ich KO und ging wieder auf mein Zimmer. Die Badesachen hängte ich zum Trocknen in die Dusche. Dann zog ich mir meinen Schlafanzug an und packte den Rest meiner Klamotten, bis auf die für morgen und Übermorgen in den Koffer. Dann griff ich wieder nach der Entschuldigungskarte und schrieb: >Lieber Aki, es tut mir leid, dass ich an dem Abend vergessen habe, die wie versprochen die 20 € wiederzugeben. Aber hier bekommst du sie. Auch möchte ich dir danken für deine Hilfe. Sie war unglaublich wichtig für mich. Ich dankbarer Freundschaft Leokadia.< zusätzlich schrieb ich noch meine Handynummer und die Festnetznummer von meinen Eltern hinein, denn bisher hatte er nur die Nummer vom Hotel, und dort war ich nicht mehr lang. Dann ging ich wieder auf den Balkon. Es war ein herrlicher Platz. Das Messer lag noch immer auf dem Tisch. Wieder nahm ich es auf und fuhr damit über mein Bein. Es war ein erlösender Schmerz. Nach einiger Zeit merkte ich, dass ich müde wurde und legte mich auf Bett. Zur Abwechslung schlief ich schnell ein.

Aki
Oh, was war denn das? Ach so, mein Handy. Ich sprang auf und ging hin. „Guten Morgen Leo, ja, du hast mich geweckt, ist aber kein Problem, du hast es ja angekündigt. Ist in Ordnung. Ich hole dich in einer Stunde im Hotel ab.“ Schnell hüpfte ich in die Küche und schmiss meine Kaffeemaschine an, bevor ich unter die Dusche sprang. Ich musste ja fit sein, wenn ich gleich mit dir einkaufen gehen dürfte. Als ich aus der Dusche kam war der Kaffee auch schon durchgelaufen. Herrlich. Zügig trank ich eine Tasse, ehe ich in mein Schlafzimmer verschwand und mich anzog. Ein paar Minuten hatte ich noch, also ging ich zum Balkon, merkte, dass ich den Ascher mal wieder auslehren könnte, was ich auch gleich tat. Danach stellte ich ihn wieder auf seinen Platz und schloss die Tür so, dass ich trotzdem die Wohnung lüftete. Damit verschwand ich in die Tiefgarage um mein Auto zu holen und dich abzuholen.

Leo
Als ich aufwachte nahm ich als erstes das Telefon und rief Aki an. „Guten Morgen Aki, habe ich dich geweckt?“ fragte ich ihn als erstes. „Könntest du mich hier abholen, damit wir einkaufen gehen können, denn ich weis nicht, wo die Geschäfte sind, bisher musste ich noch nichts kaufen. Und könntest du mir bitte einen Gefallen tun, ich benötige ~250 ml kalten Kaffee. Könntest du mir welchen machen und abkühlen lassen.“ Fragte ich ihn dann und verabschiedete mich. Im Badezimmer entdeckte ich im Spiegel, dass sich meine Haarfarbe durch das Chlor verändert hatte, aber ändern konnte ich es nicht. Musste ich zuhause halt nachfärben lassen. Also als erstes unter die Dusche. Danach fühlte ich mich wacher. Dann in die Klamotten springen, Zähneputzen, Haare kämmen (föhnen tu ich sie mir nur im Notfall) und schminken. Damit war ich fertig. Ich hatte noch Zeit für eine Zigarette, demnach hinaus auf den Balkon springen. Als es klopfte rief ich nur: „Herein, ist offen.“ „Hallo Leo.“ Kam es von Aki, der sah, dass ich noch rauchte und sich zu mir auf den Balkon stellte. Bildete ich es mir nur ein, oder stutzte er, als er das Messer auf dem Tischchen sah. Er sah mich an. Aber anscheinend entdeckte er nichts. Schnell packte ich noch mein Geldbeutel und zog mir heute meine hohen Schuhe an, auch wenn ich dadurch um einiges größer war wie er. Wir gingen hinunter zu seinem Auto und stiegen ein. „Und hat das Essen gestern noch geschmeckt?“ wollte ich wissen. „Ja, Paulis Mutter kocht echt super, er ist ja der Lebende Beweis dafür.“ Grinstest du mich an. „Ja, aber mir ist zu Ohren gekommen, dass du ihm in keinster Weise hinterher stehest.“ Antwortete ich Frech. Süß, jetzt bekamst du rote Ohren. Wir waren inzwischen beim Geschäft angekommen.

Aki
Bei Leokadia angekommen klopfte ich an die Tür. Sie schien zu wissen, dass ich es bin und rief Herein. Ich sah, dass sie noch am Rauchen war und ging zu ihr auf den Balkon. Dort entdeckte ich auf dem Tisch neben dem Aschenbecher ein kleines Messer. Ich musterte sie. Da sie ein T-Shirt anhatte, konnte ich auch ihre Arme sehen. Ritzen tut sie anscheinend nicht. Da war sie auch schon mit ihrer Zigarette fertig und wir gingen wieder hinein. Sie packte noch ihren Geldbeutel ein und zog sich Schuhe mit Absatz an. Das gefiel mir gar nicht, denn sie war sowieso schon ein ganzes Stück größer wie ich. Aber was soll’s, ändern kann ich es nicht. Im Auto fragte sie mich nach dem Essen bei Pauli ich erzählte es ihr und natürlich fiel ihr nichts besseres ein, als mich aufzuziehen. Ich bekam rote Ohren. Aber wir waren zum Glück endlich auf dem Parkplatz. Wir gingen in den Laden hinein. Sie benötigte frisches Gemüse, also zeigte ich ihr, wo sie es fand. Dort packte sie Paprika, Brokkoli, Möhren und Champignons ein. Dann suchte sie Nudeln. Dort fand sie auch schnell die richtige Sorte, Schmetterlingsförmige, die lagen sehr weit oben im Regal und ich erkannte, wie praktisch die hohen Schuhe waren. Dann packtest du noch diese fertigen Tomatensoßen ein, dann benötigtest du noch Sahne, Mascarpone, und Löffelbiskuit. Du fragtest mich, ob ich Salz, Pfeffer, Zucker und Ameretto daheim hatte. Und ob ich an den Kaffee gedacht hätte. Ich nickte brav. Dann warst du fertig und wir begaben uns zur Kasse, aber vorher gingst du noch und holtest ein paar Tüten Chips und eine große Pralinenschachtel. „Für später nach dem Essen.“ Lächeltest du mich an, als ich dich verwundert anschaute. Damit gingen wir zur Kasse und zahlten. Ich packte die Sachen in mein Auto und wir fuhren zu mir. Von der Tiefgarage fuhren wir mit dem Aufzug zu mir hoch. Ich merkte, dass du im Aufzug leicht nervös warst, wusste aber nicht warum. Oben angekommen gingst du gleich in die Küche. Und fingst an, mich zu nerven.

Leo
Ich hatte relativ schnell alles für mein Essen zusammen. Ich bangte, dass Aki auch alle nötigen Haushaltsgeräte zuhause hatte. Es gab Schmetterlingspfanne mit Tomatensoße und Tiramisu. Wir fuhren von der Tiefgarage mit dem Aufzug zu Aki hoch. Ich hasste Aufzüge. Deswegen war ich auch leicht nervös. Bei Aki in der Wohnung ging ich gleich in die Küche und musste leider anfangen ihn zu nerven. „So als erstes bräuchte ich eine größere Schüssel, einen Becher zum Sahne schlagen, eine Auflaufform, einen Mixer, einen Schneebesen, zwei Suppenlöffel, einen Teigschaber, Zucker, Amaretto und den kalten Kaffee“ Instruierte ich ihn. Er brachte mir alles, manchmal musste er nachfragen, was ich meinte, aber er hatte alles im Haus und ich machte mich ans Werk. Zuerst die Sahne Steifschlagen und in den Kühlschrank stellen, dann den Mascarpone mit dem Zucker verrühren, Dann die Sahne unterheben und die Masse noch mal kalt stellen in der Zeit legte ich den Löffelbiskuit in die Auflaufform. Diese tränkte ich in der Kaffee-Amaretto Mischung und dann kam die erste Schicht Mascarponecreme drauf. Dieses Spielchen folgte noch einmal und der Nachtisch war fertig. Ich stellte ihn in den Kühlschrank. Ich spülte die Sachen schnell ab und rief wieder nach Aki. „Aki, ich brauche jetzt einen großen Topf, einen kleinen Topf, eine Pfanne, ein Schneidebrett, ein Messer, einen Kochlöffel, Öl, Salz und Pfeffer.“ Aki kam in die Küche und gab mir alles. Als er sah, dass ich die anderen Sachen schon abgespült hatte schaute er verdutzt, anscheinend hatte er gedacht, dass ich ihn die abspülen ließ. Er nahm ein Trockentuch und begann abzutrocknen und stellte die Sachen wieder an seinen Platz. In der Zeit stellte ich Wasser für die Nudeln zum Kochen auf und schnipselte das Gemüse. Als das Wasser kochte warf ich die Nudeln hinein und widmete mich wieder dem Gemüse. Dann goss ich die Nudeln ab. Das Öl in der Pfanne war auch schon heiß und ich warf das Gemüse zum Brutzeln hinein. Die Nudeln folgten nach kurzer Zeit. Nebenher schüttete ich die Tomatensoße in den anderen Topf und stellte ihn auf den Herd. Als die Soße kochte gab ich noch einen Schuss Sahne, Salz und Pfeffer zum Abrunden hinein. Die Sachen in der Pfanne waren jetzt auch soweit, dass ich abschmecken konnte. Als hätten es die anderen gewusst, klingelte es jetzt an der Tür. Aki öffnete. Ich nahm die Pfanne und stellte sie auf den Tisch, den Aki in der Zwischenzeit gedeckt hatte. Dann holte ich noch die Soße.

Aki
Während Leo in der Küche werkelte deckte ich schon mal den Tisch für gleich. Ich war gerade fertig, als sie mich zum Zweitenmal rief und mir aufzählte, was sie brauchte. Ich kam in die Küche und stutzte. Die anderen Sachen lagen schon gespült neben meiner Spüle. Ich suchte ihr hinaus, was sie benötigte und trocknete das Geschirr ab, bevor ich es wieder wegräumte. Dann verschwand ich wieder aus der Küche. Da war ich heute sowieso überflüssig. Heimlich nahm ich mir den Fotoapparat von Pauli, der immer noch bei mir herumlag und machte ein Foto, wie Leo so konzentriert, beschäftigt in der Küche herumhantierte. Dann setze ich mich auf mein Sofa und schaute Fern. Nach einiger Zeit klingelte es an der Tür und ich stand auf, um zu öffnen. Die anderen drei standen davor. Ich ließ sie eintreten und Pauli sagte gleich, dass riecht ja gut hier. Dann gingen wir ins Wohnzimmer. Dort stand schon eine Pfanne mit den Nudeln und dem Gemüse und Leo trat gerade noch mit einem Topf hinzu. „Aki, ich benötige noch einen Servierlöffel und eine Soßenkelle.“ Kam es von dir. Ich holte das gewünschte und du begannst uns allen etwas auf die Teller zu tun. Dann setzten wir uns alle hin uns aßen. Nach kurzer Zeit nahm jeder nach. Ich sah, wie Leos Augen leuchteten. „Ich habe noch Nachtisch.“ Kam es von dir. „Keine Sorge, den schaffen wir auch noch.“ Ließ Lauri mit vollem Mund vernehmen. Als wir mit der Hauptspeise fertig waren half ich Leo beim Abdecken. „Wir brauchen jetzt kleine Teller, kleine Löffel, einen großen Löffel und Platz.“ Grinste sie mich an. Ich holte das geforderte und ging wieder ins Wohnzimmer. Mir folgend kam Leo mit der Auflaufform aus der Küche. „Tiramisu“ unsere Augen leuchteten. Bis auf Lauris, der mochte die rohen Eier nicht. „Ja, aber das ist ohne rohe Eier und ohne Eierlikör.“ Meintest du entschuldigend, denn viele essen nur das Original. Jetzt grinste auch Lauri und wir taten uns alle viel drauf. Nur Leo tat sich eine kleine Portion auf den Teller. Und schnell verstand ich auch den Grund. Es stopfte total. Eero gab als erster stöhnend auf, kurz darauf folgte Lauri und Pauli und ich wir gaben nicht viel später auf. Du lächeltest, dabei leuchteten deine Augen total. Sie leuchteten in einem wunderschönen braun mit einem Stich ins grüne. „Könnt ihr nicht mehr?“ fragtest du uns scheinheilig. „Nee, beim Besten Willen nicht mehr.“ Stöhnte ich. „Ich bräuchte noch ein paar Freiwillige, die mir beim Spülen helfen.“ Meintest du gelassen. Also zogen wir zu viert in die Küche um aufzuräumen, schließlich hast du schon so gut gekocht. Lauri räumt auf, Eero spülte, Pauli trocknete ab und mir blieb das wegräumen, also hatte ich noch ein bisschen Zeit, diese nutzte ich, um Leo zu beobachten.

Leo
Anscheinend koche ich doch nicht so schlecht. Jedenfalls hat es den vieren geschmeckt. Jetzt habe ich sie in die Küche geschickt, damit sie die Spülarbeit erledigen. Ich habe schließlich auch die ganze Kocharbeit am Hals gehabt. Ich konnte nicht wiederstehen und ging auf die Drums zu. Wie letztes mal strich ich vorsichtig über das kalte Metall und griff zu den Sticks. Ich lächelte leicht und begann zu spielen. Ich vergaß die Umgebung und den Augenblick. Mein ganzes Gefühl ging in dieses Spiel über erst zart und leise für meine guten Gefühle und dann immer heftiger und lauter für den Hass, den ich verspürte. Ich erschrak total, als ich auf einmal eine Hand auf meiner Schulter bemerkte und machte die Augen wieder auf. Aki stand neben mir. Er schaute mich an und ich sagte nur: „Sorry, dass musste jetzt sein. Bitte nicht böse sein.“ Und setzte meinen Hundeblick auf. Er schüttelte den Kopf und ich stand auf um auf den Balkon zu gehen, damit ich eine rauchen konnte. Lauri folgte mir. Auch er brauchte anscheinend Nachschub an Suchtmittel. Das war aber sehr praktisch. Denn mit ihm wollte ich sowieso noch mal alleine sprechen. „Lauri, kannst du mir einen gefallen tun, und Aki morgen diesen Briefumschlag geben. Ich möchte, dass er ihn erst erhält, wenn ich in den Lüften bin.“ Irritiert schaute er mich an und nahm den Brief nickend entgegen. „Ist in Ordnung. Du hast nicht schlecht gespielt an den Drums weist du das?“ Kommt es fragend von ihm. Durcheinander schaute ich ihn an. „Ich habe doch nur darauf herumgeschlagen.“ Entgegnete ich ihm. „Nein, du hast dich von deinen Gefühlen leiten lassen. Und es war schön dir zuzuhören, auch wenn Aki zum Schluss angst um das Trommelfell hatte, weil du so fest geschlagen hast.“ Erwidertest du mir. Ich zuckte mit den Schultern und merkte, dass die anderen auch schon fertig waren.

Aki
Als sich Leokadia unbeobachtet gefühlt hat , ist sie zu meinem Schlagzeug hin, hat vorsichtig darüber gestreichelt und sich hingesetzt. Mit den Sticks in der Hand und den Augen zu begann sie zu spielen. Erst leise und leicht, und dann immer heftiger. Ich griff wieder zu der Diggicam und machte ein paar Fotos, so faszinierte mich dein Anblick. Die anderen drei waren auch aus der Küche zu kommen, um zu schauen, was los war. Langsam bekam ich Angst um mein Trommelfell und ging zu dir hinüber. Ich wanderte hinter dich und legte meine Hand auf deine Schulter. Du zucktest zusammen und öffnetest deine Augen. „Sorry, dass musste jetzt sein. Bitte nicht böse sein.“ Kam es mit einem Hundeblick von dir. Ich schüttelte den Kopf. Dann standest du auf und gingst zum Balkon hinaus. Lauri folgte dir.

Lauri
Ich war gerade mit dem Aufräumen und abputzen der Arbeitsfläche fertig, als jemand begann, auf dem Schlagzeug zu spielen. Ich sah auf, aber Aki stand in der Tür und schien jemanden zu beobachten und zu fotografieren. Eero und Pauli haben es auch gehört und wir liefen zu Aki. Dort sahen wir Leo auf die Drums einhauen. Irgendwann wurde es Aki doch zu viel und er ging auf Leo zu. Wie er nun so bei ihr stand, merkte er es nicht, dass ich Fotos machte; es sah einfach zu süß aus. Pauli erkannte seine Kamera. >Da ist sie also< murmelte er, bevor er wieder in die Küche verschwand. Leo ist inzwischen aufgestanden und auf den Balkon hinaus um eine zu rauchen. Ich folgte ihr, denn auch ich brauchte dringend wieder Nikotin. Auf dem Balkon gab sie mir einen Briefumschlag mit der Bitte, dass ich ihn Aki morgen, nachdem sie weg war aushändigte. Ich nickte und lobte ihr Spiel an den Drums. Sie war nicht überzeugt. Aber ist ja nicht so schlimm. Wir merkten, dass die anderen inzwischen auch fertig waren und gingen wieder hinein.

Aki
Ich war jetzt auch endlich mit meinen Sachen fertig und wir trafen uns alle im Wohnzimmer. „Eine DVD?“ fragte ich. Dies wurde einstimmig bejaht. Der einzigste Kommentar war „Aber bitte in Englisch. Finnisch verstehe ich nicht.“ Und der kam von Leo. Ich grinste. Schnell hatten wir uns für einen Actionfilm entschieden. Es wunderte mich, denn eigentlich stehen Mädchen eher auf Schnulzen. Ich legte den Film in meinen DVD-Player ein und setzte mich auf das Sofa. Pauli lümmelte sich in den einen Sessel und Lauri in den anderen. Eero schnappte sich den Sitzsack, der bei mir in der Ecke stand und lümmelte sich damit auf den Boden. Dir blieb nur noch der nackte Boden oder der Platz neben mir. Du schienst kurz zu überlegen und hast dich dann neben mich gesetzt. Ich danke den Jungs, dass sie so nett waren, und den Platz neben mir frei gelassen haben. Ich drückte Play uns wir genossen den Film, keiner meckerte und wir waren total fasziniert von der Handlung des Films.

Leo
Wir entschieden uns DVD zu schauen. Mein einzigster Kommentar war, dass er bitte auf Englisch sein sollte, weil Finnisch konnte ich ja nicht. Dies wurde mit einem grinsen von Aki genehmigt. Wir konnten uns schnell auf einen Film einigen. Es war ein Actionfilm, den ich zwar schon kannte, aber trotzdem gut fand. Aki schaute mich kurz von der Seite an. Dachte wohl, dass ich auf Liebesfilme stehe. Sind zwischendrin ja ganz nett, aber mit einer Komödie oder einen Actionfilm kann man mich glücklicher machen. Lauri und Pauli schnappten sich ganz schnell die Sessel und Eero zog sich den Sitzsack aus der Ecke hervor. Super, dann blieb mir also nur noch der nackte Boden oder der Platz auf dem Sofa neben Aki. Ich überlegte kurz und entschied mich dann für das Sofa, das war eindeutig bequemer. Wir schauten den Film in ruhe an. Nachdem er fertig war überlegten wir, was wir jetzt machen sollten. Ich schlug vor Karten zu spielen. Die anderen spielten anscheinend nie Karten, aber da sie keine bessere Idee hatten, gingen sie darauf ein. Aki hatte irgendwo welche liegen. Er ging auf die Suche, während Lauri alle mit Bier versorgte. Auch mir drückte er eins in die Hand. Normalerweise trank ich selten Bier, aber warum nicht. Aki fand das Spiel relativ schnell und kam zurück. Wir setzten uns an den Tisch. Und ich begann die Spielregeln zu erklären.

Aki
Karten? Ok, warum nicht. Nur wo hatte ich sie liegen. Brauche sie normalerweise nicht. Ah da sind sie ja. Während ich auf der Suche nach den Karten war hat Lauri die anderen, natürlich einschließlich sich selbst, mit Bier versorgt. Ich nahm die Karten und wir setzen uns an den Tisch. Leo erklärte uns die Spielregeln. Wir machten aus, dass wir erst ein paar Runden so zum üben spielen und dann um Geld, also 10 Cent Münzen, nicht mehr. Schnell fanden wir gefallen an dem Spiel und hatten auch keine so großen Probleme damit. Dann suchte jeder sein Kleingeld aus der Geldbörse. Keiner hatte genug Kleingeld dabei, aber ich hatte zuhause noch ein paar Münzen, und zum Schluss hatte jeder 20 Münzen vor seiner Nase liegen. „Wir spielen je Spielrunde nur um 10 Cent je Spieler“ meinte Leo. Damit waren wir einverstanden. War auch gut so, denn obwohl wir vorher alle mal gewonnen hatten, zog sie uns jetzt die Hosen aus. Waren wir auf einmal so schlecht, oder hat sie uns vorhin immer gewinnen lassen. Dem Grinsen nach zu urteilen, waren wir einfach zu schlecht.

Leo
Wir spielten erst ein paar Runden zur Übung, damit die anderen Sicher wurden. Ich verlor öfters mal extra, damit ich ihnen nicht gleich die Laune an diesem Spiel verdarb. Weil wie gesagt, Übung macht den Meister. Als es so weit war, dass wir gegen Geld spielen sollten, suchte jeder sein Kleingeld zusammen. Leider hatten wir nicht genug. Aber Aki kramte aus seinem „Geheimversteck“ zuhause so viel Münzen zusammen, dass am Schluss jeder 20 Münzen zum Verspielen hatte. „Wir spielen je Spielrunde nur um 10 Cent je Spieler“ sagte ich noch, zum Schutz von den anderen und wir begannen. Jetzt war ich in meinem Element. Glücksspiele. Ich hatte einfach Glück im Spiel und Pech in der Liebe. Ich gewann eine Runde nach der anderen. Aber da die anderen immer weniger Münzen hatten, verlor ich 4x so, dass jeder von ihnen mal gewonnen hatte. Ich war aber ehrgeizig und gewann zum Schluss komplett. Die anderen vier waren blank wie ein Kinderpopo. Grinsend verteilte ich das Geld zurück und fragte. „Noch mal?“ So wie die aussahen wollten die mich am liebsten Köpfen. „Übung macht den Meister, was meint ihr, wie ich das gelernt habe. Und seit froh, dass wir nicht um Klamotten gespielt haben, euch würde doch sonst ganz kalt werden.“ Aki funkelte mich an. „Aber du hättest dann auch weniger an, schließlich hast du immerhin 4 Spiele verloren.“ „Aki ich muss dir ein Geständnis machen. Ich wäre noch komplett angezogen. Ich zerstöre dir ja nur ungern die Illusion, aber ich habe absichtlich verloren, damit ihr auch Erfolgserlebnisse habt. Ich bin eine kleine Spielerseele.“ Wenn ich gewusst hätte, was ich damit bei euch auslöse, hatte ich mir den letzten Satz verkniffen. Aber ich wusste ja nicht, was ihr wusstet. Ich stand auf und holte mir noch mal eine Portion Tiramisu, während ihr schmolltet.

Aki
Viermal verlor Leo, und zwar so, dass jeder von uns anderen mal gewann. Das war schon auffällig. Nachher hatten wir jedenfalls kein Geld mehr. Sie tröstete uns, indem sie uns das Geld zurückgab und meinte wir sollten froh sein, dass wir nicht um Klamotten gespielt haben, weil uns dann sehr kalt werden würde. Ich funkelte sie an und meinte, dass sie dann aber auch weniger an hätte. Aber ich hatte mit meinen Verdacht recht, denn sie hat uns absichtlich gewinnen lassen. „Aki ich muss dir ein Geständnis machen. Ich wäre noch komplett angezogen. Ich zerstöre dir ja nur ungern die Illusion, aber ich habe absichtlich verloren, damit ihr auch Erfolgserlebnisse habt. Ich bin eine kleine Spielerseele.“ Kam es von ihr. Beim Letzen Satz horchten wir alle auf. Hatte sie daher ihr vieles Geld? Leo stand auf, um sich aus der Küche noch Tiramisu zu holen. Eero meinte: „Das wäre auch eine Erklärung für ihr vieles Geld. Glücksspiele. Viel zu Gewinnen und viel zu Verlieren.“ Wir stimmten ihm zu, aber als wir sahen, dass du wieder das Wohnzimmer betratst, brachen wir ab. Du ließt dich auf die Couch fallen und meintest, ich gehe jetzt gleich, weil ich morgen früh los muss zum Flughafen. „Wenn du willst, bringe ich dich hin.“ Schlug ich ihr vor. Sah das nur so aus, oder freute sie sich über den Vorschlag? „Das wäre super von dir.“ meintest du. Dann brachtest du dein Teller zurück in die Küche, trankst noch den letzten Schluck Bier und verabschiedetest dich von den anderen mit einer Umarmung, das war ja auch vorerst das letzte Mal, dass du sie sahst. „Morgen um 9 Uhr am Hotel?“ fragtest du mich und ich nickte, dann sagtest du noch kurz Tschüss zu mir und verschwandest. Als du weg warst gingen die anderen auch ziemlich schnell. Und ich ging ins Bett, damit ich morgen Früh fit war.

Leo
Als ich wieder ins Wohnzimmer trat hörten die Jungs abrupt auf zu reden. Ich hätte zwar sowieso nichts verstanden, aber das ist ja egal. Ich ließ mich auf die Couch fallen und meinte: „Ich geh jetzt gleich wieder nach Hause. Morgen muss ich ja früh am Flughafen sein. „Wenn du willst, bringe ich dich hin.“ Schlug mir Aki vor. Meine Augen leuchteten. Ich freute mich und nahm den Vorschlag an. Danach brachte ich den leeren Teller in die Küche zurück, trank noch schnell den letzten Schluck Bier auf und fing an mich von den Jungs zu verabschieden. Ich umarmte Pauli, Eero und Lauri nacheinander. Es tat weh, ich mochte sie alle total gerne. „Morgen um 9 Uhr am Hotel?“ fragte ich Aki und dieser nickte. Ich sagte noch kurz Tschüss zu ihm, denn ihn würde ich ja morgen wiedersehen. Damit verschwand ich schnell. Noch schnell eine rauchen auf dem Balkon. Dann ging ich ins Bett. In der Nacht hatte ich einen Albtraum. Ich hatte schon länger keine mehr gehabt, eigentlich seit ich Deutschland verlassen hatte. Als endlich das Handy klingelte, stand ich schweißgebadet auf. Ich stellte mich unter die Dusche, und machte mich dann fertig. Heute schminkte ich meine Augen nur mit Kajal, aber den sehr intensiv. Da ich noch zeit hatte, nachdem ich den Rest meiner Sachen eingepackt hatte setzte ich mich wieder auf den Balkon. Das Messer lag noch immer dort. Ich nahm es und setzte an, da flog die Tür auf und ich schnitt vor Schreck tiefer in mein Bein, als ich wollte. Erschrocken ließ ich das Messer fallen und rannte ins Bad, weil es anfing zu bluten, dort stillte ich die Blutung.

Aki
Ich war etwas früher da, also beschloss ich nach oben zu gehen. Ich dachte mir auch nichts dabei, als ich einfach in ihr Zimmer stürmte. Leokadia saß auf dem Balkon, ich hörte sie fluchen, ein klirren und ehe ich begriff, was los war, war sie auch schon im Bad verschwunden. Ich ging auf den Balkon, dort sah ich dass kleine Messer, was ich letzt schon entdeckt habe auf dem Boden liegen. Langsam hob ich es auf und sah es genau an. Es hatte eine recht scharfe Klinge und an der Spitze sah ich frisches Blut. Was hat Leo gemacht. Ich wusste keine Antwort. Leo kam auf den Balkon hinaus, nahm mir das Messer wortlos aus der Hand, packte ihre Zigaretten und das Feuerzeug ein, welche auch noch hier draußen lagen. Schaute, ob ihr noch etwas gehörte und ging wieder ins Zimmer. Auch dort sah sie sich um, bevor sie ihre Schuhe anzog, ihre Jacke und ihren Koffer packte. Noch einen Griff zu ihrer Handtasche und schon verließ sie das Zimmer. An der Tür blieb sie stehen. „Jetzt komm schon, ich will hier abschließen.“ Rief sie zu mir. Ich latschte langsam zu ihr auf den Gang hinaus. Hinter mir schloss Leo das Zimmer ab. Bevor sie ihren Koffer wieder aufnehmen konnte, nahm ich ihn und wir gingen hinunter, damit sie zahlen konnte. Sie erhielt die Rechnung und zahlte mit Kreditkarte. Dann folgte sie mir zum Auto hinaus. Dort setzte sie sich auf den Beifahrersitz. Ich stieg, nachdem ich ihr Gepäck verstaut habe auf der Fahrerseite ein. Jetzt konnte ich sie mir genauer anschauen. Sie sah bleich aus. Ihre Augen waren dunkel und leuchteten nicht mehr. Schweigend fuhren wir zum Flughafen. Sie gab ihr Gepäck auf und bevor sie durch den Zollbereich ging kam sie noch mal auf mich zu.

Leo
Nachdem ich die Blutung so weit gestoppt hatte, dass meine Hose nicht mehr dreckig werden konnte, ging ich wieder hinaus. Dort fand ich Aki, der das Messer betrachtete. Wortlos nahm ich es ihm aus der Hand und steckte es ein, genauso wie meine Kippen und das Feuerzeug. Dann schaute ich mich noch mal um. Hier lag nichts mehr. Im Zimmer wiederholte ich es. Auch hier fand ich nichts mehr. Also ab in die Schuhe, Jacke, Koffer und Handtasche packen und raus aus diesem Zimmer. Aki stand immer noch mit offenem Mund auf dem Balkon. „Jetzt komm schon, ich will hier abschließen.“ Rief ich ihm zu und er kam zu mir auf den Flur. Ich schloss ab und bevor ich meinen Koffer wieder aufnehmen konnte, hatte Aki ihn in der Hand und schleppte ihn runter zur Rezeption, wo ich noch die Rechnung zahlen musste. Das ging ganz schnell, da ich mit Karte zahlte. Danach folgte ich ihm zum Auto hinaus. Während ich mich auf den Beifahrersitz fallen ließ, verstaute er meinen Koffer. Dann stieg auch er ein. Er schaute mich mit einem besorgten Blick an, sagte aber nichts, deswegen fuhren wir schweigend zum Flughafen. Ich gab mein Gepäck auf und ging noch mal auf ihn zu, bevor ich ganz verschwand. „Danke. Und vielleicht sehen wir uns mal wieder in einem anderen Leben.“ Sagte ich zu ihm, umarmte ihn dabei ganz fest. „Ich hoffe, wir sehen uns nicht erst in einem anderen Leben.“ Antwortete Aki mir bedrückt. Ich ließ ihn wieder los und sah, dass sich eine Träne den Weg über seine Wange bahnte. Ich strich sie mit dem Finger weg. Gab ihm noch ein Kuss auf die Backe und war verschwunden, ehe er richtig begriff, was passiert war.

Aki
„Danke. Und vielleicht sehen wir uns mal wieder in einem anderen Leben.“ Sagte sie zu mir, während sie mich umarmte. „Ich hoffe, wir sehen uns nicht erst in einem anderen Leben.“ sagte ich ihr bedrückt. Ich merkte, wie sie mich losließ und mir die Träne, die mir die Wange herunterlief wegwischte. Dann gab sie mir einen Kuss auf die Backe und ehe ich begriff, was geschehen war, war sie auch schon verschwunden. Wie benebelt ging ich aus dem Flughafen hinaus und auf mein Auto zu. Dort schlug ich mit der Faust auf das Lenkrad. „Verdammt. Warum habe ich mich in sie verliebt? Sie ist doch gar nicht mein Typ.“ Schrie ich dabei. Langsam startete ich das Fahrzeug und fuhr zu Lauri. Ich konnte jetzt nicht alleine sein. Nach kurzer fahrt war ich bei ihm angelangt. „Ja.“ Kam es mürrisch aus der Gegensprechanlage. Oh Gott ich hatte ihn geweckt. „Hallo Lauri, sorry, wenn ich dich geweckt habe. Aber ich brauche jemand, mit dem ich reden kann.“ „Mhh, komm hoch.“ Rief er und der Summer zur Eingangstür war zu hören. Ich drückte die Tür auf und rannte schnell nach oben.

Lauri
Es klingelte. Oh man, wer stört mich so früh. „Ja.“ Brummte ich mürrisch in die Gegensprechanlage. „Hallo Lauri, sorry, wenn ich dich geweckt habe. Aber ich brauche jemand, mit dem ich reden kann.“ Antwortete Aki von unten. Ich drückte den Summer und ließ ihn eintreten. Nachdem ich die Tür geöffnete hatte ging ich in die Küche und setzte Kaffee auf. Aki kann bestimmt auch einen vertragen, und ich brauche erst mal einen, bevor ich mir Probleme anhören konnte. Aki verstand es und holte, als er in die Küche getreten war gleich zwei Tassen aus dem Schrank. Dann war der Kaffee endlich durchgelaufen und wir setzten uns an den Küchentisch. „Also, was gibt’s?“ fragte ich ihn. „Ich wollte Leokadia heute früh abholen und bin in ihr Zimmer gestürmt. Sie saß auf dem Balkon. Jedenfalls ist sie urplötzlich ins Bad gerannt und ich habe ein kleines Messer mit frischem Blut auf dem Boden des Balkons gefunden.“ „Kann es sein, dass sie ritzt?“ fragte ich dazwischen. Aki zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung. An ihren Armen habe ich keine Narben sehen können. Denn das Messer habe ich letzt schon gesehen.“ Gab er von sich. „Du hast mehr, als nur die Arme. Überleg doch mal, wenn es keiner sehen sollte, wo würdest du ritzen?“ fragte ich ihn. „Äh, keine Ahnung.“ Kam es verwirrt von ihm. „Mensch Aki, du hast die Beine und den Oberkörper, wo du auch sehr gut hinkommst und die du nicht jedem zeigst.“ Fauchte ich ihn an. Wie kann man so begriffsstutzig sein? Er schien es zu schnallen. Endlich. „Ja, hast recht. Jedenfalls, sie hat nichts dazu gesagt, mir nachher nur das Messer aus der Hand genommen und eingesteckt. Und auch sonst hat sie heute nicht viel gesprochen. Im Auto konnte ich sie mir mal anschauen. Sie hat ganz dunkle Augen gehabt und sah total bleich aus. Und beim Abschied hat sie sich noch bedankt und gesagt, dass wir uns vielleicht in einem anderen Leben wiedersehen.“ Erzähltest du bedrückt weiter, was heute geschehen war. Mir fiel auf einmal wieder ein, dass Leo mir was für dich gegeben hat. Ich sprang wie von der Tarantel gestochen auf und schlug mir mit der Hand an die Stirn. „Ich habe noch was für dich.“ Meinte ich nur und lief los, damit ich es holen konnte.

Aki
Nachdem ich fertig erzähl hatte, was ich heute früh schon erlebt hatte, sprang Lauri total erschrocken auf und schlug sich mit der Hand an die Stirn. „Ich habe noch was für dich.“ Fluchte er und lief los um es zu holen. Er kam mit einem Briefumschlag wieder. „Hier bitteschön, den hat mir Leo gestern für dich mitgegeben. Ich sollte ihn dir erst aushändigen, wenn sie über den Wolken verschwunden ist. Und das wird sie ja jetzt sein.“ Sagte er, während er mir den Umschlag in die Hand drückte. Ich öffnete ihn und zog eine Karte heraus. Es war eine Karte zum Entschuldigen, aber ich wusste nicht, warum sie sich entschuldigen sollte. Also klappte ich die Karte auf. Während ich das tat, fielen 20 € heraus. Ich hob sie auf, bevor ich anfing die Karte zu lesen. >Lieber Aki, es tut mir leid, dass ich an dem Abend vergessen habe, die wie versprochen die 20 € wiederzugeben. Aber hier bekommst du sie. Auch möchte ich dir danken für deine Hilfe. Sie war unglaublich wichtig für mich. Ich dankbarer Freundschaft Leokadia.< stand drinnen. Zusätzlich waren zwei Nummern vermerkt. Bei einer stand dabei, dass es das Handy war, bei der anderen, dass es die Nummer der Eltern war. Ich fing an zu weinen. Lauri kam zu mir rüber und nahm mich in den Arm zum trösten. „Wann sind wir das nächste mal in Deutschland? Ich will zu ihr.“ Schniefte ich an Lauris Schulter. „Bald. Du wirst sie wiedersehen.“ Sagte dieser leise und streichelte vorsichtig über mein Haar.

Lauri
Über Akis Schulter las ich die Karte mit. Ok. ist vielleicht nicht richtig, aber ich bin nun mal ein neugieriger Mensch. Es stand zwar nicht viel drinnen, aber es warf Aki trotzdem aus der Bahn. Er begann zu weinen, und ich nahm ihn in den Arm. Er wollte wissen, wann wir das nächste mal in Deutschland wären, damit er Leokadia wiedersehen konnte. Ich antwortete ihn leise, dass dies schon bald der Fall sein würde und streichelte ihn vorsichtig über den Kopf. Nach einiger Zeit hatte er sich einigermaßen beruhigt. Er stand auf und ging zur Toilette, um sich kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen. Die Gelegenheit nutzte ich und schrieb mir schnell die Nummern aus der Karte ab. Ich war gerade fertig, als Aki aus dem Bad torkelte. Ich lief auf ihn zu und roch, dass er Schnaps getrunken hatte. Das verwirrte mich total, dann packte ich ihn und brachte ihn zur Couch. Dort legte ich ihn hin und er schlief auch gleich ein. Ich ging ins Bad, weil er vorher doch nüchtern hineingegangen ist. Dort fand ich im Müll eine Flasche Schnaps und mir fiel ein, dass ich die letzt mal ins Bad mitgenommen hatte, und dort stehen lassen habe, weil ich nicht mehr daran gedacht hatte. Aber wo hat Aki sie gefunden? Ich kratzte mich am Kopf. Vielleicht sollte ich das Saufen doch aufgeben, gehen anscheinend doch zu viele Gehirnzellen dabei flöten. Ich überlegte, was ich jetzt machen sollte, nachdem ich sowieso schon wach war. Könnte ja mal schauen, ob mir eine neuer Song einfällt...

Leo
Endlich war der Flug vorüber. Ich würde es zwar nicht unbedingt zugeben. Aber ich hatte jedes Mal panische Angst vorm Fliegen. Mir wurde echt anders. In München gelandet fuhr ich mit dem Taxi zu meiner Tante. Dort wollte ich über Nacht bleiben, bevor ich morgen mit dem Zug weiter nach hause fuhr. „Hallo Tante Tali. Ich wollte erstmal mein Gepäck vorbei bringen und dann ein bisschen shoppen gehen.” Begrüßtete ich sie. „Leokadia.“ Rief sie und umarmte mich. „Komm herein. Ich habe gerade das Mittagessen fertig. Du möchtest bestimmt mitessen. Till kommt auch gleich aus der Schule. Ramona hat heute Frühschicht, die kommt erst etwas später, aber die würde sich freuen, wenn ihr gemeinsam einkaufen gehen würdet.“ Plauderte Tali los. Da knurrte auch schon mein Magen. Scheiße, jetzt konnte ich mich also nicht drücken, indem ich sagte, dass ich gar keinen Hunger hatte. Also Augen zu und durch. „Das freut mich zu hören. Hast ja gehört, mein Magen freut sich auch schon. Was gibt es denn?“ fragte ich mit einem Grinsen auf dem Gesicht. „Heute gibt es Erbseneintopf. Till hat ihn sich so sehr gewünscht. Kannst du mir kurz helfen, den Tisch zu decken?“ sagte meine Tante. Erbseneintopf, mmh lecker, vielleicht doch gut, dass mein Magen geknurrt hat. Ich habe schon ewig keinen mehr gegessen und liebe ihn. Natürlich half ich beim Tischdecken, dafür bekam ich auch lecker essen. Nach einiger, mir unendlich scheinender Zeit kam Till endlich von der Schule. „Leo? Was machst du denn hier?“ wollte er auch schon gleich wissen. „Hallo Till, ich bin gerade aus Finnland zurück und wollte hier für heute Nacht Zwischenstation machen, um zu sehen was mein Lieblingscousin und meine Lieblingscousine machen. Also, was macht die Schule?“ erzählte ich ihm. „Die Schule nervt bloß. Echt cool, du warst in Finnland, dass wusste ich gar nicht. Du bist auch meine Lieblingscousine.“ Gab er von sich, während er mich umarmte. Es wunderte mich, denn er war jetzt 16 Jahre alt und da hält man(n) sich ja bekanntlich mit Liebenswürdigkeiten zurück. Aber vielleicht lag das auch daran, dass er früher schon gerne mit mir gekuschelt hat, bevor sie nach München gezogen sind, weil Herbert hier einen festen Job bekommen hat. Ich musste mich schon strecken, um ihn über die Haare zu streicheln. „Du bist groß geworden. Richtig komisch, bald bist du größer wie ich.“ Murmelte ich ihn zu und wir gingen zu Tisch. Dort wurde ich ein bisschen über meinen Finnlandaufenthalt ausgefragt. Ich erzählte von der schönen Umgebung und der Freundlichkeit der Menschen, wobei ich an Aki dachte. Dann machte Till sich über seine Schularbeiten her. Tali entschuldigte sich auch. „Tut mir leid, aber ich muss dich jetzt alleine lassen, aber ich habe einen Termin. Nächstes Mal kündigst du dich vorher am besten an, dann kann ich mir Zeit nehmen.“ Ich nickte nur und sagte. „Ist schon in Ordnung. Ich hätte mich ja auch anmelden können. Dann warte ich mal auf Ramona und gehe dann mit ihr in die Stadt.

Ramona
Ohne mir was dabei zu denken, ging ich wie normal, wenn ich zuhause bin, gleich ins Wohnzimmer um dort den Fernseher anzuschalten. „Leo.“ Schrie ich auf einmal überrascht. Was machte meine Cousine hier bei uns im Wohnzimmer? Ich dachte, die wäre noch eine Zeitlang in Finnland. „Ramona.“ Rief sie und fiel mir um den Hals. „Wenn du gegessen hast, kommst du dann mit mir in die Stadt? Will noch ein bisschen einkaufen gehen.“ Sagte sie. Verwirrt schaute ich sie an und nickte. Schnell aß ich einen Teller Erbseneintopf *igitt* wie ich das Zeug hasse. Aber was macht man nicht alles für kleine Brüder, damit die einen den PC wieder herrichten? Dann zog ich mich schnell um und wir gingen in die Stadt. Blass sah sie aus und traurig und sie rauchte eindeutig zu viel. Rauchen stört mich sowieso als totaler Nichtraucher. „Hast du schon mal was von The Rasmus gehört?“ fragte sie mich plötzlich in die Stille hinein. „Ja, die sind total angesagt. Und ich finde den Sänger so süß. Der heißt Lauri. Aber auch die Musik ist total geil. Wollte mir letzt das Album kaufen, aber ich hatte nicht genug Geld dabei.“ antwortete ich. „Ja, Lauri ist ein netter Kerl, aber mir gefällt Aki viel mehr hast du den seine schönen Augen schon mal angeschaut. Ohne Brille sehen die so herrlich aus.. Ich war in Finnland bei einer Bandprobe von denen. Das Lied „Funeral Song“ hat es mir echt angetan.“ Schwärmte sie. War ich jetzt im Falschen Film? „Du warst bei einer Bandprobe?“ schaute ich sie mit großen, ungläubigen Augen an. „Ja. Ich habe Aki eines Morgens stockbesoffen in den Straßen gefunden und da er nicht mehr heimgefunden hat, habe ich ihn auf mein Hotelzimmer gebracht und auf die Couch gelegt, damit er seinen Rausch ausschlafen konnte. Als dank dafür hat er mich zu Pauli mit zur Bandprobe genommen. Scheiße, ich habe mich in Aki verliebt.“ Am Anfang hast du noch gegrinst, jetzt liefen die dir Tränen aus den Augen. Ich nahm dich in den Arm. Glauben konnte ich es zwar immer noch nicht richtig. Aber du hast mich eigentlich noch nie angelogen. Eher hast du gar nichts gesagt. Wir kamen an einem Musikgeschäft vorbei. Du bekamst leuchtende Augen und zogst mich mit hinein. Schnell hattest du das gefunden, was du gesucht hast. Die CD´s von The Rasmus. Du schautest sie dir alle an und warst leicht irritiert. Dann nahmst du die Aktuellste CD zweimal und gingst zur Kasse um zu zahlen. Verstört sah ich dir hinterher.

Leo
Nach ewiger Zeit kam Ramona endlich von der Arbeit. Erstaunt rief sie meinen Namen. Damit hatte sie nicht gerechnet. Ich fiel ihr um den Hals und meinte, dass ich mit ihr in die Stadt wollte. Nachdem sie etwas gegessen hatte gingen wir los. Ich merkte wie sie mich beobachtete. Ja, sie kannte mich gut. Noch besser wie Isi, da wir uns schon seit 19 Jahren kannten. Isi kannte mich erst seit 5 Jahren. In die Stille hinein fragte ich sie nach The Rasmus. Ah, sie kannte die Band und hatte sich anscheinend in Lauri verguckt. Aber was soll’s. Ich liebe sowieso Aki. WAS habe ich da gerade gedacht? Ich LIEBE Aki? Ok. Scheiße, wenn ich ehrlich bin, habe ich mich echt in ihn verliebt. Als sie hörte, dass ich schon bei einer Bandprobe war schaute sie mich mit großen, ungläubigen Augen an. Ich erzählte ihr die Geschichte wie ich Aki kennenlernte. Und gab auch ihr gegenüber zu, dass ich mich in Aki verliebt habe. Mir kamen die Tränen bei der Erinnerung. Sie nahm mich in den Arm und tröstete mich. Da sah ich ein Musikgeschäft und zog die verdutzte Ramona hinein. Schnell hatte ich gefunden, was ich gesucht habe. The Rasmus. Ich schaute mir die CD´s an und stutze. Auf den ersten CD´s war Aki nicht mit abgebildet, sondern ein langhaariger Kerl? Oder war es doch ein Mädchen? Na ja, ich nahm zwei Exemplare des aktuellen Albums und ging zur Kasse zum Zahlen. Ramona sah mir verstört hinterher. „Ramona, jetzt komm schon.“ Rief ich zu ihr hinüber, und als sie bei mir war drückte ich ihr das eine Exemplar in die Hand und meinte. „Das ist für dich.“ Und drückte ihr einen Kuss auf die Backe. Damit zogen wir weiter.

„Spielt dein Bruder immer noch so gerne PC Spiele?“ Wollte ich von Ramona wissen. „Ja, zur Zeit spart er auf Xtom 3D. Aber das wird noch dauern, so teuer ist das.“ Grinsend zog ich sie in ein Computergeschäft. „Dann lass uns mal schauen, ob die das Spiel hier auf Lager haben. „ „Guten Tag, können Sie mir sagen, ob sie das Spiel Xtom 3D auf Lager haben.“ Fragte ich den Verkäufer mit einem gekonnten Augenaufschlag. Er schaute kurz in den Computer und meinte: „Ja, einen Moment, ich hole es Ihnen.“ Und verzog sich mit einem Grinsen nach hinten. „Was ist dass denn für eine Aktion?“ wollte Ramona in der Zwischenzeit wissen. „Mona, du weist, dass ich euch beide, also dich und Till total lieb habe und ich möchte euch eine Freude bereiten. Also vermies mir meine gute Laune nicht.“ Schmollte ich sie an. Da kam auch schon der Verkäufer mit dem gewünschten Spiel. Ich pfiff durch die Zähne, als ich den Preis hörte. Das war echt ein stolzer Preis, aber ich hatte ja keine Probleme. Geld habe ich genug. Also bezahlte ich das Spiel und wir gingen weiter. Als wir wieder vor der Tür standen schautest du mich an. „Woher hast du das ganze Geld Leo?“ „Mona, kein Angst ich habe es legal erhalten. Außerdem hat der Verkäufer weniger berechnet, als es gekostet hat. Und jetzt gehen wir Klamotten einkaufen. Ich habe gehört, dir gefällt so ein sündhaft Teures Oberteil bei Exklusive Mode?“ meinte ich beschwichtigend, während ich mit dem Finger über deine Wange fuhr. Böse funkeltest du mich an. „Leo, jetzt antworte mir. Oder ich bleibe hier stehen. Was hast du dafür machen müssen? Warum bist du so, so komisch drauf? Mach deinen Mund auf.“ Schriest du mich an. „Ich habe ein bisschen Geld gewonnen. Du kennst doch meine Leidenschaft für Lose. Ich habe also nur ein Los gezogen. Und ich bin so glücklich darüber, dass ich es mit den Menschen teilen möchte, die mir am meisten bedeuten. Und dass bist du und dein Bruder. Ihr seid wie meine jüngeren Geschwister. Und komisch bin ich deswegen drauf, weil ich Aki vermisse.“ Sagte ich leise und bedrückt. Ich habe sie das erstemal angelogen. Ok. nicht alles war gelogen, aber ein Teil. Ich hatte Angst, dass sie mich doch durchschaut und es mitbekommt. Aber so wie es aussah, hast du es geschluckt. Mir lief kalter Schweiß über den Rücken und mein Herz schlug wie verrückt. Es tat mir so leid, aber ich wollte und konnte im Moment nicht die Wahrheit sagen.

Ramona
Du kauftest für Till dieses schweineteure Spiel und wolltest mir jetzt anscheinend das Oberteil, was mir so gefiel kaufen. Es wäre zwar schön, es zu besitzen. Aber ich wollte nicht dass du dein Geld für mich ausgabst. Und ich wollte wissen, woher du das ganze Geld hattest. Nach deiner Antwort war ich erst mal beruhigt. Auch wenn ich sie dir nicht ganz abkaufte. Du nahmst mich an der Hand und zogst mich einfach mit. In dem Geschäft lag das Oberteil noch immer im Schaufenster herum. „Probier mal an, will sehen, wie es aussieht.“ Drängtest du mich. Also nahm ich das Teil aus dem Schaufenster hinaus und verschwand in der Umkleidekabine. Es sah echt genial aus und saß auch wie angegossen. Ich trat wieder aus der Kabine und auch du stauntest. Da kam die Verkäuferin und meinte spitz: „Dürfte ich Sie bitten, das Oberteil so schnell wie möglich wieder auszuziehen. Das könnt Ihr Euch sowieso nicht leisten und ich will es noch verkaufen.“ Hallo die Frau hat doch einen Schuss. Wir machen das Oberteil doch nicht kaputt. Und außerdem, warum sollen wir uns das nicht leisten können. „Sicher das wir uns das nicht leisten können? Haben Sie nicht gelernt, dass man Menschen nicht nach ihrem Äußeren Beurteilen darf. Ich will sofort den Geschäftsführer sprechen.“ Fuhrst du die Verkäuferin kalt an. Ich war überrascht, über deinen schneidenden Ton, woher konntest du das denn. Diese wurde bleich. Holte aber die Geschäftsführerin. „Sie wollten mich sprechen?“ kam die Frage. „Ja, meine Cousine hat diesen exquisiten Pullover bei Ihnen im Schaufenster entdeckt und hat ihn jetzt anprobiert, denn wir wollen ja auch sichergehen, dass er gut aussieht und sitzt. Da kam Ihre Verkäuferin und meinte in einem spitzen Ton, dass wir ihn sofort wieder ausziehen sollten, da wir ihn uns sowieso nicht leisten könnten. Ich bin der Meinung, dass das Personal in so einem exklusiven Geschäft so geschult sein muss, dass es nicht sofort nach dem Äußeren Beurteilt. Wenn das noch mal passieren sollte, waren wir die längste Zeit Kunden und werden auch den anderen Abraten in dieses Geschäft zu gehen.“ Beschwertest du dich in einer Ausdrucksweise, dass ich mir das Lachen verkneifen musste. Du hattest deinen Mund zusammengekniffen und deine Augenbrauen hochgezogen außerdem hörtest du dich an, als würdest du dich schon seit Geburt in solchen Kreisen bewegen. Ich sah, wie die Farbe der Verkäuferin von weiß ins rot und wieder zurück ins weiß wechselte. Zu der warst du vorhin ja nicht so freundlich. „Da gebe ich Ihnen natürlich recht. Ich muss mich für das Benehmen meiner Verkäuferin entschuldigen. Sie ist noch neu. Aber ich verspreche Ihnen, es wird nicht mehr vorkommen. Der Pullover kostet, wenn ich mich recht Erinnere 100 €. Sie bekommen Ihn heute, sozusagen als Entschuldigung für 80 €. Einverstanden?“ schlug die Geschäftsführerin vor. Du nicktest und gingst zum Zahlen, während ich mich wieder umzog.

Leo
Was war jetzt kaputt? Da kommt doch so eine aufgetakelte Verkäuferin angewackelt und meintet, wir sollten uns so schnell wie möglich wieder verziehen. Nach dem Motto, ihr vergrault noch die Kunden. Ich fuhr sie an und verlangte den Geschäftsführer. Dann kam auch schon die Geschäftsführerin und ich schilderte ihr meine Meinung über das unmögliche Verhalten ihrer Angestellten. Dies erledigte ich in einem so wohlgezogenen und überzeugenden Ton, dass mir die Chefin dieses Teuren Ladens 20 € Nachlass auf den Pullover gab. Also ging ich mit zum Zahlen, während Ramona sich wieder umzog. Wir gingen schnell aus dem Laden hinaus, weil wir beide nicht mehr konnten. Draußen prusteten wir auch gleich beide los. „Und hast du gesehen, wie die Tussi von weiß zu rot und wieder zurück gewechselt hat.“ Lachte Mona. „Ja, die wird jetzt ihr Fett weg bekommen. So schnell schmeißen die da keinen mehr raus.“ Johlte ich. „Das ist heute schon das zweite mal, das ich nicht den Regulären Preis zahle. Der Verkäufer vorhin hat auch einen anderen Preis eingegeben, wie auf der Schachtel steht und welchen er gesagt hat. Der hat sich auch zu meinem Gunsten vertippt.“ Freute ich mich. „Jetzt habe ich Lust auf einen Kuchen und eine heiße Schokolade. Lass uns da vorne ins Cafe gehen.“ Schlug ich dir vor. „Super Idee. Ich habe auch Hunger. Du weist ja, ich mag keine Erbsen. Du trinkst noch immer keinen Kaffee?“ entgegnetste du. Fröhlich gingen wir zum Cafe. Als wir unsere Bestellung aufgegeben hatten klingelte mein Handy. Ich schaute auf das Display. Die Nummer kam mir unbekannt vor. Ich ging dran. „Ja?“ fragte ich. „Leokadia?“ fragte eine Stimme. „Ja.“ „Hallo Leo, hier ist Lauri. Bitte nicht erschrecken. Ich muss mit dir reden, wegen Aki. Der liegt hier Stockbesoffen auf meiner Couch und murmelt dauernd deinen Namen.“ „Lauri?! Wie kommst du an meine Nummer? Warum musst du mit mir über Aki reden? Weist du was, kannst du mich heute Abend so gegen 20 Uhr noch mal anrufen. Jetzt ist es total schlecht. Habe gerade keine Zeit.“ „Deine Nummer habe ich von der Karte, den Rest besprechen wir dann am Besten heute Abend. Also bis dann.“ Mona schaute mich mit ungläubigen Augen an.

Lauri
Ich konnte mich nicht konzentrieren. Also beschloss ich bei Leokadia anzurufen. Inzwischen müsste sie ja gelandet sein. Ich holte mein Telefon und tippte die Nummer ein. Nach ein paar Klingelzeichen meldete sich jemand. „Ja.“ Ich wusste inzwischen was es bedeutet, es war neben nein dass einzigste Wort, welches ich in Deutsch konnte. „Leokadia?“ fragte ich. „Ja“ kam es wieder. „Hallo Leo, hier ist Lauri. Bitte nicht erschrecken. Ich muss mit dir reden, wegen Aki. Der liegt hier Stockbesoffen auf meiner Couch und murmelt dauernd deinen Namen.“ Erklärte ich ihr den Grund meines Anrufes. „Lauri?! Wie kommst du an meine Nummer? Warum musst du mit mir über Aki reden? Weist du was, kannst du mich heute Abend so gegen 20 Uhr noch mal anrufen. Jetzt ist es total schlecht. Habe gerade keine Zeit.“ Fragte sie verwirrt. „Deine Nummer habe ich von der Karte, den Rest besprechen wir dann am Besten heute Abend. Also bis dann.“ Antwortete ich ihr und legte auf. Ok, dann werde ich sie heute Abend noch mal anrufen. Auf der Couch rührte sich inzwischen etwas. „Na Aki, ausgeschlafen?“ fragte ich ihn, als er die Augen öffnete. Er brauchte ein paar Sekunden, um sich zu orientieren. Als er den Überblick hatte setzte er sich hin. „Ich fühle mich wie von einer Dampfwalze überfahren.“ Stöhntest du. „Dann trink das nächste mal nicht meinen ganzen, guten Schnaps weg.“ meinte ich netterweise. Ist doch wahr. Selber schuld, wenn man auf nüchtern Magen fast eine halbe Flasche Schnaps leerte.

Aki
Ich wachte mit Kopfschmerzen auf. Vorsichtig öffnete ich erst ein Auge und wurde von dem grellen Licht geblendet. Nach einiger Zeit hatte ich mich an das Licht gewöhnt und öffnete langsam das andere Auge. Langsam setzte ich mich auf. Meine Hände presste ich an den Kopf. Oh, muss das immer so weh tun? Wollte ich wissen. „Na Aki, ausgeschlafen?“ kam es von rechts. Ich guckte vorsichtig nach rechts. Dort stand Lauri und grinste mich an. Ich brauchte ein paar Sekunden, um mich zu orientieren. „Ich fühle mich wie von einer Dampfwalze überfahren.“ Stöhnte ich. „Dann trink das nächste mal nicht meinen ganzen, guten Schnaps weg.“ kam es schnippisch von Lauri. Erst mal war ich verwirrt. Und ich überlegte, was war geschehen. Ach ja, ich habe Leokadia abgeholt und anscheinend beim Ritzen gestört. Dann habe ich sie zum Flughafen gebracht, wo sie mir noch einen Kuss auf die Backe gegeben hat, nachdem sie gemeint hatte, dass wir uns vielleicht in einem anderen Leben wiedersehen. Ich bin dann zu Lauri gefahren und habe von ihm eine Karte bekommen, die Leo mir geschrieben hatte. Genau und in Lauris Bad habe ich eine halbe Flasche Schnaps gefunden, die ich geleert habe und das auf nüchternen Magen, sieht man mal von dem Kaffee ab. Jetzt wusste ich wenigstens den Grund, warum es mir so schlecht geht. „Hast du was zu essen hier? Ich habe Hunger.“ Fragte ich Lauri. Der lachte. „Muss dich leider enttäuschen du Fressmonster. Aber wir können Pizza bestellen. Ich habe jetzt auch Hunger.“ Grinste mich Lauri an. Ja, dem konnte fast nichts die Laune vermiesen.

Ramona
Lauri? Aki? Ich bin im Falschen Film. Oder hat sie wirklich gerade mit Lauri von The Rasmus telefoniert und gefragt, warum er mit ihr über Aki reden wollte? Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Früher habe ich alles gewusst, was meine Cousine betraf. Heute bin ich froh, wenn ich das was sie mir erzählt verstehen würde. Ist das so kompliziert oder bin ich so blöd? Gott sie Dank kam endlich mein Kaffee und mein Kuchen. Ich brauchte jetzt erst mal eine Stärkung. Leokadia sah nachdenklich aus. „Was war den gerade los? Du bist so abwesend?“ wollt ich wissen. Ich bin anscheinend doch zu neugierig. „Was?“ kam es erst erschrocken von ihr. „Das war gerade Lauri, er hat gemein, dass Aki sturzbetrunken bei ihm auf dem Sofa liegt und immer meinen Namen murmelt. Deswegen wollte er mit mir über Aki reden. Aber jetzt habe ich andere Probleme. Was macht eigentlich deine Arbeit und dein Liebesleben. Wir haben bisher nur über mich geredet. Und dass kann ich auch mit einem Spiegel.“ Gabst sie grinsend von sich. „Auf Arbeit ist es super. Ich bekomme voraussichtlich in einem Monat einen höheren Posten. Die jetzige Kollegin geht in den Ruhestand. Abschließend verdiene ich wenigstens genug Geld, um mir eine eigene Wohnung leisten zu können. Aber bitte erzähl meinen Eltern nichts davon, denn es ist noch nicht sicher und ich will ihnen jetzt noch keine Hoffnungen machen.“ Freute ich mich. Sie beglückwünschte mich und sah mich fragend an. Ich wurde rot. Sollte ich es ihr erzählen. Bisher wusste es eigentlich noch keiner. „Ähm, versprich, dass du auch über mein Liebesleben die klappe hältst.“ „Ok. Versprochen. Ich habe noch nie etwas herumerzählt.“ „Also, *tiefdurchatmen* ich habe vor einem Jahr festgestellt, dass ich lesbisch bin. Naja, uns seit einem halben Jahr habe ich eine feste Beziehung. Aber ich habe es noch nicht meinen Eltern erzählt, du weist ja, wie die bei solchen Sachen reagieren. Und auch sonst weis es keiner. Deswegen will ich ja die Stelle unbedingt haben. Dann kann ich ausziehen in eine Wohnung mit meiner Freundin und muss nicht mehr Angst haben, dass meine Eltern mich rauswerfen.“ Zerknirscht schaute ich auf den Boden. Vorsichtig legtest du mir den Finger unters Kinn und hobst meinen Kopf. „Hey Süße, dass ist doch kein Problem für mich. Du bist lesbisch und ich in einen finnischen Drummer verknallt. Wieso die einfache Möglichkeit nehmen, wenn es auch kompliziert geht. Bist du sicher, dass deine Eltern so heftig reagieren?“ baute sie mich auf. Dabei umarmte sie mich fest. Wir aßen fertig und dann gingen wir in ein Buchhandel, wo ich ihr Lydia vorstellte. Ihr wart euch sympathisch, das ist schön, denn ihr seid die wichtigsten Personen in meinem Leben.

Leo
Na gut, Ramona ist lesbisch. Was soll’s. Sie ist immer noch meine Cousine. Ich versuchte sie wieder aufzubauen. Und ich konnte auch nicht glauben, dass meine Tante und mein Onkel solche Spießer sind. Schweigend aßen wir unseren Kuchen auf und dann gingen wir noch in die Buchhandlung, ihrer Freundin Lydia besuchen, die sie mir unbedingt noch vorstellen wollte. Ich fand Lydia war ein nettes Mädchen. Ich wünsche, sie werden glücklich miteinander. Nach kurzer Zeit liefen wir Hand in Hand zu Ramona heim. „Mona, bitte erzähl deinen Eltern nicht, wie teuer der Pullover war. Die würden das nicht verstehen. Die würden Fragen, ob ich nicht verrückt bin, dir einen so treuren Pulli zu kaufen und mich fragen, woher ich das Geld habe. Und dann zu meinen Eltern rennen, darauf habe ich keinen Bock.“ Bat ich sie. Sie gab mir einen Kuss auf die Wange und sagte: „Natürlich ist kein Problem. Du bist echt die beste Cousine der Welt.“ Damit gingen wir grinsend ins Haus. Herbert war inzwischen auch von der Arbeit gekommen. „Leokadia mein Kind. Nathalia hat mir gerade gesagt, dass wir dich für heute nacht als Gast haben. Wie geht es dir?“ „Hallo Onkel Herbert. Mir geht es gut. Frauen geht es nach dem einkaufen immer gut.“ Grinste ich ihn an. Besonders, wenn es Verwandte sind. Meine Tante hatte schon den Tisch gedeckt. So setzten wir uns zum Abendessen an den Tisch. Während des Essens fragte Herbert plötzlich eine so typische Verwandtenfrage. Man, warum müssen Männer immer so neugierig sein? „Und was macht die Liebe?“ Ich wurde rot. Sollte ich das mit Aki erzählen. Ich wollte nicht, weil ich Angst hatte, aber plötzlich kam mir die Idee. Nein, ich werde nichts über Aki fallen lassen, aber was anderes... Ich zwinkerte Ramona zu und meinte. „Nun ja, ich habe mich in eine Frau verliebt.“ Ließ ich zerknirscht verlauten. Alle am Tisch zuckten zusammen und Ramona wurde zusätzlich noch knallrot. „Und bist du glücklich damit?“ fragte meine Tante schwer schluckend. „Ja, ich bin mit meiner Freundin jetzt schon etwas länger zusammen. Es ist so anders mit ihr, wie mit den Jungs, wo ich früher mal zusammen war. Ich bin total glücklich. Ich möchte euch nur bitten, es nicht meinen Eltern zu sagen, das möchte ich selbst erledigen.“ Strahlte ich die Familie an. Oh Gott, ich bin gut. Verdammt gut. Ich kann manchmal lügen ohne rot zu werden oder mit der Wimper zu zucken. Mein Mönchen hat auch wieder eine neutrale Farbe angenommen und die anderen schienen sich auch zu beruhigen. „Man kann nie sagen, wo die Liebe hinfällt. Hauptsache du bist glücklich.“ Meinte mein Onkel noch leise, bevor er sich wieder seinem Essen zuwand. Da sagte Ramona plötzlich: „Ich bin auch lesbisch.“

Ramona
Als wir wieder heimkamen, war mein Papa auch inzwischen eingetroffen. Er freute sich total, sie mal wieder zu sehen. Ja, sie war schon immer perfekt in den Augen meiner Eltern. Halt die perfekte Tochter. Dafür habe ich sie früher mal gehasst, aber inzwischen weis ich, dass sie nichts dafür konnte. Und ich liebe sie, weil sie nicht so ist, wie meine Eltern sie sehen. Sie ist ein ganz normaler Mensch. Da meine Mutter schon den Tisch gedeckt hatte, setzten wir uns hin und fingen an zu essen. Dann fragt mein Vater plötzlich: „Und was macht die Liebe?“ Ich konnte sehen, wie sie rot wurde. Sie schien zu überlegen, ob sie das mit Aki erzählen soll, oder nicht. Ich konnte fast sehen, wie die Zahnräder hinter ihrem Gehirn arbeiten. Plötzlich hellte sich ihre Miene auf. Sie guckte mich an und zwinkerte mir zu. Dann meinte sie nur zerknirscht: „Nun ja, ich habe mich in eine Frau verliebt.“ Alle zuckten zusammen und ich fing an zu glühen. Hoffentlich bekam das keiner mit. Das wäre das schlimmste. „Und bist du glücklich damit?“ wollte meine Mutter schwer schluckend wissen. Ich merkte, wie schwer ihr diese Frage fiel. „Ja, ich bin mit meiner Freundin jetzt schon etwas länger zusammen. Es ist so anders mit ihr, wie mit den Jungs, wo ich früher mal zusammen war. Ich bin total glücklich. Ich möchte euch nur bitten, es nicht meinen Eltern zu sagen, das möchte ich selbst erledigen.“ Kam es strahlend von Leo.

Ich musste neidvoll feststellen, dass sie lügen konnte, ohne rot zu werden. Ich merkte es nur, weil ich die Wahrheit kannte, sonst hätte ich es ihr ohne weiteres abgenommen. Inzwischen hatten sich alle wieder beruhigt und auch ich hatte wieder meine normale Hautfarbe angenommen.. „Man kann nie sagen, wo die Liebe hinfällt. Hauptsache du bist glücklich.“ Rang sich mein Papa noch ab, bevor er sich wieder seinem essen widmete. Ich verstand plötzlich, warum Leo das gemacht hatte, sie hatte nichts zu befürchten. Und so wusste ich, wie sie reagierten. Ich hielt es nicht mehr aus. Es lag mir schon so lange auf der Seele. Ich platze mit der Wahrheit raus. „Ich bin auch lesbisch.“ Mein Vater verschluckte sich vor Schreck und begann heftig zu husten. Meiner Mutter dagegen fiel das Besteck aus der Hand. Mein Bruder guckt mich nur an, als würde er mich das erste mal im Leben sehen. Leo nickte mir aufmunternd zu und ich erzählte weiter. „Ja, ich bin seit einem halben Jahr mit einer Frau zusammen und ich bin sehr glücklich mit ihr. Wir wollen bald zusammenziehen.“ Setzte ich noch schnell hinterher, bevor jemand anderes den Mund aufmachen konnten. Ich sah wie Leokadia auf die Uhr schaute und mir andeutete, dass sie jetzt telefonierte, dann verschwand sie und überließ mich meiner Familie. Mein Vater wurde knallrot, sein Gesicht verkniffen und seine Augen sahen so aus, als wollte er mich gerade töten. Dann begann er gleich mich anzuschreien. „Wie kannst du es wagen? Frauen haben keine Frauen zu lieben. Die haben Männer zu lieben, ihnen zu dienen und treu zu sein.“ Ich suchte das nächste Mauseloch, wie konnte er nur so reagieren, nachdem er bei Leo so cool reagiert hat? Scheiße, ich habe Angst, dass er gleich platzt oder mich schlägt, obwohl er das noch nie gemacht hat bisher. Meine Mutter hingegen sagte nichts, sie war zwar Leichenblass. Aber kein Wort kam über ihre Lippen. Sie schaute mich auch nicht an. Konzentriert widmete sie sich ihrem Abendessen, so als wollte sie es hypnotisieren.

Lauri
Aki blieb noch einige Zeit bei mir und heulte sich aus. Er war total down wegen Leo. Habe ihn noch nie so verliebt gesehen. Er verschenket sein Herz nicht leicht, aber wenn dann ganz. Und nun hat Leo es bekommen, und beachtet es nicht. „Lauri, ich glaube, sie mag mich nicht, sie geht einfach, und sagt, man sieht sich in einem anderen Leben. Ich habe Angst um sie.“ Heulte er sich bei mir aus, nachdem er wieder aufgewacht war. „Ach Aki, sie liebt dich, aber ist sich ihrer Gefühle noch nicht sicher. Freu dich doch, dass sie sich nicht auf dich einlässt und dann verlässt, wenn sie merkt, dass sie dich nicht liebt, oder nur mit dir zusammen sein will, weil du berühmt bist. Und ich denke, sie kommt zurück.“ Versuchte ich ihn zu beruhigen. Nach einiger Zeit verschwand Aki total kaputt und traurig nach hause. Während er zur Tür geht, bekomme ich richtig mitleid mit ihn. Die Schultern nach vorne und unten gezogen, so als wollte er sich schützen vor Kälte und so. Er bewegte sich langsam und schlurfend. So richtig ohne Elan. Einfach zum schreien. Verdammt, ich hoffe, er wird glücklich mit Leo, wenn sie sich auf ihre Gefühle einlässt und auf Aki. Ich kann ihn schon verstehen, weil sie war schon ein liebes Mädchen. Nicht so ein verlogenen Mädchen, die sich Groupies schimpfen, die einen nur ins Bett bekommen wollen, um damit anzugeben. Ja, klar, so hat man wenigstens immer eine Auswahl, aber da ich auf andere Typen stehe, bringt es mir nichts. Und auch die andere drei haben mit diesen Tussen nichts am Hut. Ich seufzte auf und griff zum Telefon, da es auch schon an der Zeit war, bei Leokadia anzurufen. Ich tippte schnell auf Wahlwiederholung und wartete. „Hallo Lauri.“ Begrüßte sie mich. Sie hatte anscheinend meine Nummer vorhin eingespeichert. „Hallo Leo. Also ich weis nicht, wie es bei dir aussieht, aber Aki ist in dich verliebt und will dich unbedingt wiedersehen.“ Falle ich gleich mit der Tür ins Haus. Sie stotterte etwas herum, dann schien sie sich wieder zu fangen. „Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von ihm will. Im Moment bin ich bei meiner Tante in München, aber morgen fahre ich weiter nach Hause. Dort werde ich wohl einige Zeit bleiben, während ich versuche, meinen Umzug nach Finnland zu organisieren. Ich denke, dass dauert ein Weilchen. Pass mir gut auf Aki auf.“ Meinte sie leise und mit einer Stimme, die neutral klingen sollte. Aber sie hörte sich leidend an. Ich nicke uns flüsterte leise: „Natürlich passe ich auf ihn auf, bis du wieder da bist.“ Dann wechselte sie schnell das Thema: „Aber wenn ich dich schon dran habe. Aki ist noch nicht lange bei euch, oder? Denn auf den alten CDs ist er nicht mit drauf.“ Wechselte sie schnell das Thema. „Nein, Aki ist noch nicht lange bei uns. Aber er ist ein Glücksgriff gewesen. Unser alter Drummer ist nach Thailand gezogen, der kam mit dem Stress nicht klar. Aber Aki geht damit echt locker um. Aber ich habe auch mal eine Frage an dich, gibst du mir deine Adresse, dann kommen wir dich in ein paar Wochen vielleicht mal besuchen.“ Antwortete ich ihr. „Na, wenn es sein muss.“ Muffelte sie und gab mir dann aber doch ihre Adresse. „Sehr gut. Ich gebe den anderen Bescheid, aber Aki darf nichts erfahren, das soll eine Überraschung sein. Ich freue mich schon. Bye.“ „Bye und grüß die anderen von mir. Ich freue mich schon.“ Damit legten wir auf. >Aki du wirst mir noch mal dankbar sein.< Also Eero und Pauli anrufen und informieren. Und einen Plan schmieden.

Leo
Als ich aufgelegt habe schaute Till mich interessiert an. „Mit wem hast du denn da telefoniert? Weil mit deinen Freundinnen sprichst du doch nicht englisch? Oder hast du Freundinnen im Ausland?“ frage er mich neugierig. Ich schüttelte den Kopf. „Später. Wo ist deine Schwester? Noch immer in den Fängen deiner Eltern?“ Till nickte betrübt mit dem Kopf. „Deswegen wurde ich ja hinausgeschickt. Echt ätzend, wenn es mal interessant wird, werde ich aus dem Zimmer geschickt.“ Muffelte er. Ich stand auf und schneite in die Küche. Mein Onkel rannte durch die Küche, während er auf Ramona einredete. Er wollte ihr wohl die Beziehung zu Lydia ausreden. Ihre Mutter hingegen saß still und blass auf ihrem Stuhl. Sie bemühte sich krampfhaft nicht zu Ramona zu schauen. Dabei trank sie einen Schnaps, den könnten hier auch noch andere gebrauchen. >Arme Mona.< dachte ich bei diesem Anblick nur. Dann stürmte ich in die Küche. „Onkel Herbert, Tante Tali, hallo, jetzt lasst Ramona doch mal in Ruhe. Bei mir habt ihr es akzeptiert, aber bei ihr nicht. Ihr spinnt. >Erwachsene haben kein Verständnis für Sachen, die sie nicht als normal ansehen. Dabei ist in der Liebe alles erlaubt, solange beide damit einverstanden sind, und keiner Verletzt wird.< Wenn sie nicht mit ihrer Freundin und ihrer Einstellung und Liebe glücklich werden darf, werde ich nie wieder einen Fuß über eure Schwelle setzen. Sie ist glücklich. Und für Enkel kann Till ja auch sorgen. Oder vielleicht adoptiert Ramona ja ein Kind.“ Redete ich meinen Verwandten ins Gewissen, packte die noch fast ganz volle Schnapsflasche, griff Ramonas Hand und zog sie aus dem Gefahrenbereich. Ich Pfiff zu Till rüber und zeigte ihm mit dem Kopf, dass er uns folgen sollte. Er verstand und folgte. Wir verschwanden ins Gästezimmer, wo ich zur Zeit logierte. Ich griff zur Flasche und nahm erstmal einen tiefen schluck. Ramona und Till schauten mich entsetzt an. Beide wussten, dass ich normalerweise nicht trank. „Das musste jetzt sein. Auch einen Schluck?“ frage ich die beiden. Synchron nicken sie. Ich gab die Flasche weiter. Als alle was getrunken hatten, begann ich: „Also Till, ich hoffe, du bist toleranter wie deine Eltern und akzeptierst die Gefühle deiner Schwestern.“ Fragte ich ihn ernst, man, was war ich noch sauer auf die beiden. Wie kann man so boniert sein, statt ihre Tochter glücklich zu sehen, verbieten sie ihr ihre Liebe. Ich hoffe echt, Till akzeptiert es, weil sonst explodiere ich gleich noch. „Natürlich. Warum soll ich sie jetzt nicht noch genauso lieben wie vorher, mir macht es auch nichts aus, dass du lesbisch bist.“ Sagte er total wütend, seine Augenbrauen verdunkelten sich und er verzog seinen Mund zu einem dunklen Strich. Ich grinste beschwichtigend. „Ich bin nicht lesbisch. Das habe ich nur behauptet, um deine Eltern zu testen, wie sie darauf reagieren. Deine Schwester hat es mir heute gestanden. Ich hingegen bin in einen Finnischen Musiker verliebt.“ „Cool, ist der auch so berühmt, wie die neue finnische Band The Rasmus.“ Wollte er wissen. >Oh mein Gott. Er kannte sie auch.< Ich wurde rot wie eine Signalleuchte. Verdutzt schaute er mich an. „Sag nicht, dass es einer von denen ist?“ Ich nickte nur leicht, da ergriff Ramona das Wort. „Ja, sie ist in Aki verliebt, den Drummer. Vorhin hat sie mit Lauri telefoniert, deswegen ist sie auch aus der Küche verschwunden.“ Jetzt schaute Till wie ein kleines Auto. Dieser Anblick brachte mich zum Lachen.

Als ich mich wieder beruhigt hatte fragte ich Till: „Und auch etwas zu beichten, wo heute der Beichttag ist?“ Er schaute mich wie ein verschreckter Vogel an. Dann begann er stotternd: „Ähm, ich, ich habe mich in meine Lehrerin verliebt. Sie ist verheiratet und hat Kinder. Naja, seit einem halben Jahr habe ich zweimal die Woche Nachhilfe bei ihr. Und nachdem sie die absolute Granate ist, haben wir ein Verhältnis miteinander angefangen. Also machen wir nicht nur unser Schulzeug zusammen, sondern auch andere Sachen.“ Erzählte er und wurde knallrot. Ich meinte nur trocken. „Ok. du schießt den Vogel ab.“ Dabei schüttelte ich ungläubig den Kopf, irgendwie konnte ich es nicht glauben. Es war bestimmt ein Traum. Ich kniff mir in den Arm. >Aua<, also kein Traum. „Ich bin in einen berühmten Musiker verliebt, den ich vor zwei Wochen weder gekannt noch erkannt habe, Mona ist lesbisch und du machst mit einer verheirateten Lehrerin rum. Wir sind echt ein Gespann.“ Ich griff noch mal zu der Flasche. Auf diese Geständnisse brauch ich erst mal ein tiefen Schluck. Und die Tatsache, dass Aki sich in mich verliebt hat und er mir auch nicht ganz unsympathisch ist, hat mir sehr zugesetzt. Verdammt, ich vermisste ihn jetzt schon irgendwie. Aber damit ich nicht dauernd an Aki denken musste, griff ich in meinen Rucksack und holte das Spiel für Till heraus. Dann reichte ich es ihm. „Hier, damit du auf andere Gedanken kommst. Deine Schwester hat mir gesagt, dass du dir das Spiel wünschst.“ Er schaute auf das Spiel, dann wieder zu mir, schüttelte den Kopf und stammelte dann: „Das, das kannst du doch nicht machen. Weist du wie teuer das Spiel ist?“ Ich zuckte mit den Schultern und machte einen wegwerfende Handbewegung. „Ich habe es bezahlt. Also kenne ich den Preis. Aber keine Sorge, wir haben es günstiger bekommen. So Leute, jetzt schmeiße ich euch raus. War ein langer anstrengender Tag für mich. Ich muss schlafen.“ Die beiden verabschiedeten sich von mir. Ich machte mich kurz Bettfertig und legte mich dann hin. Doch schlafen konnte ich nicht. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab zu Aki hin. Auch an die anderen drei dachte ich zwischendrin, aber hauptsächlich an Aki. An unser erstes Zusammentreffen, seine wunderschönen blauen Augen und seinen Humor. Verdammt, warum konnte er nicht aus meinen Gedanken verschwinden und mich einschlafen lassen? Ich wollt doch nur schlafen...

Aki
Ich muss schon die ganze Zeit an Leokadia denken. Egal was ich mache, dauernd sehe ich ihr Lächeln und ihre Augen. Verdammt, warum hab ich mich genau in sie verliebt? Warum hab ich mich nicht in ein nettes Mädchen aus Finnland verliebt. Zum Beispiel in meine frühere Sandkastenliebe oder in eine aus meiner früheren Klasse? Ich grübele die ganze Zeit. Ich gehe in die Küche, um mir einen Kaffee zu machen. Dort sehe ich sie in meinen Gedanken, wie sie kocht. Im Wohnzimmer wie sie an den Drumms sitzt und spielt. Warum geht sie mir nicht aus dem Kopf? Das frage ich mich immer wieder. Und doch finde ich keine Antwort. Da Pauli seine Kamera wieder mitgenommen hat, kann ich mir noch nicht mal die Fotos, die ich von ihr gemacht habe anschauen. Ich will ihr Gesicht mit den traurigen Augen sehen. So langsam habe ich das Gefühl durchzudrehen. Es kann doch nicht sein, dass ich sie so sehr vermisse, obwohl ich sie erst zwei Wochen kenne. Wo sie auch noch die meiste Zeit so zickig zu mir war. Ich glaub ich rufe sie mal an. Schnell im Telefonbuch des Handys, wo ich die Nummer zwischenzeitlich gespeichert habe die Nummer anwählen und warten, bis die Verbindung hergestellt ist und jemand abnimmt. „Ja.“ Faucht es mir aus dem Telefon entgegen. „Hallo Leokadia, ich wollte dich fragen, ob du gut angekommen bist.“ „Mensch Aki, weist du wie spät es ist? Und ja, ich bin gut angekommen. Guten Nacht.“ Fährt Leo mich an, bevor sie wieder auflegt. Ich schaue erschrocken auf die Uhr. Oh wie peinlich. Es ist mitten in der Nacht und anscheinend habe ich sie geweckt. Ich habe gar nicht gemerkt, wie spät es ist, habe doch eh nur die ganze Zeit an sie gedacht, dabei kommt es mir so vor, als würde die Zeit stehen bleiben, aber anscheinend tut sie das nicht. Ich seufze und beschließe auch ins Bett zu gehen. Ich soll wenigstens versuchen zu schlafen. Und oh Wunder, ich schlafe sogar recht schnell ein. Am nächsten Morgen stehe ich ausgeschlafen und glücklich auf. Ich habe von Leo geträumt. Habe geträumt, dass sie mich auch liebt und dass wir glücklich werden miteinander. Dieser Traum verhilft mir zu einem totalen Hochgefühl. Aufgedreht nahm ich mein Handy und schreibe eine SMS an Leokadia. „Sorry wegen gestern. Habe nicht auf die Uhr gesehen. Hoffe, du hattest noch einen schönen Schlaf. Aki“

Leo
Mitten in der Nacht klingelt mein Handy. Ich bin gerade eingeschlafen. Verdammt, grummelnd tastete ich noch halb schlafend nach meinen Handy und hebe ab. Aki meldet sich am anderen Ende. Verdammt, gerade als ich eingeschlafen bin und nicht mehr an ihn denken muss. Danke Aki. Er will wissen, ob ich gut angekommen bin. Warum interessiert es ihn? „Mensch Aki, weist du wie spät es ist? Und ja, ich bin gut angekommen. Guten Nacht.“ Fahre ich ihn an. Dann lege ich wieder auf und drehe mich um, damit ich wieder weiterschlafen kann. Ich schlafe Gott sei Dank schnell wieder ein. Aber nach ein paar Stunden schlaf wache ich wieder auf. Ich habe einen Albtraum gehabt. Ich versuche mich an den Traum zu erinnern. >Ich war in einem Wald, es war dunkel und kalt. Ich wanderte herum und schien irgendwas zu suchen. Aber doch wusste ich nicht, was ich suchte. Es gab keinen Hinweis auf das Objekt meiner Begierde. Aber trotzdem hatte ich das Gefühl es ist ganz in der Nähe. Plötzlich hörte ich einen Schrei. Ich rannte in die Richtung, aus dem der Schrei gekommen war. Ich hatte das Gefühl gehabt, dort finde ich, was ich suche. Ich sah Aki auf dem Boden liegen, über und über mit Blut beschmiert. Ich bekam total Angst und wachte auf.< Ich fühle mich gerade im Moment total einsam. Hat der Traum doch was zu sagen? Verdammt, was will ich von Aki, habe ich mich wirklich in ihn verliebt, oder bilde ich mir das nur ein, weil ich einsam bin, und es mir gefällt, wie er sich um mich gekümmert hat. So als Bruder, der sich um einen kümmert und sorgt. Fragen über Fragen und keine Antwort. So beschließe ich, da ich mich nicht beruhigen kann, runter in die Küche zu gehen, etwas zu trinken. Beim runtergehen werde ich ruhiger. Ich gehe zum Kühlschrank und nehme eine Flasche Saft raus. Greife nach einem Glas und schenke mir ein. Ich habe kein Licht angemacht, und so kann ich genau sehen, wie der Mond in das Haus scheint. Es ist wunderschön. Inzwischen bin ich wieder total ruhig. So beschließe ich, wieder hoch zu gehen um zu schlafen.

Ich will in mein Zimmer, als ich weinen aus dem Zimmer von Ramona höre. Ich klopfe leise an und trete ein. Sie blickt erschrocken auf. „Danke, dass du mir Mutmachen wolltest, dass ich mich oute. Aber es hat nicht viel gebracht. Meine Eltern strafen mich jetzt mit schweigen. Das ist noch schlimmer, wie rausgeschmissen zu werden.“ schnieft sie. „Warum ziehst du dann nicht jetzt gleich aus. Ob einen Monat früher oder später ist doch auch egal.“ Beruhige ich sie. „Ich, wir haben nicht genug Geld für die Wohnung. Frei wäre sie schon. Übermorgen könnten wir hinein. Aber die Kaution ist sehr hoch. Die Miete würden wir schon aufbringen im Moment.“ Stammelt sie. „Du bringst mich morgen doch zum Bahnhof. Davor machen wir halt an einer Bank und ich leihe dir das Geld, bis du es zusammen hast. Einverstanden?“ schlage ich ihr vor. „Nein, dass kann ich nicht annehmen. Das ist dein Geld. Ich weis, dass du es zuhause nicht aushältst. Du wolltest früher schon immer weg. Warst am Liebsten bei uns, wolltest abends sehr häufig nicht nach hause gehen. Deswegen behalte dein Geld und geh von zuhause weg, ich halte es noch solange aus. Till wird mir helfen.“ wehrt sie ab. „Du nimmst das Geld. Ich muss noch mal für ein paar Monate nach hause. Ich muss noch einiges Regeln, bevor ich verschwinden kann. Aber sobald ich alles geregelt habe, verschwinde ich von hier. Ich werde nach Finnland ziehen. Ich kann es noch ein paar Monate aushalten. Das habe ich die letzten Jahre auch überlebt. Aber ihr wart immer eine harmonische Familie. Du leidest darunter. Und wenn ich es zuhause wirklich nicht aushalte, kann ich ja zu dir kommen.“ Rede ich auf sie ein. Sie nickt nur. „Guten Nacht.“ Sage ich ihr noch und küsse sie auf die Stirn.

Dann gehe ich wieder in mein Zimmer. Ich stelle mich ans Fenster und betrachte wieder den Mond. Er ist voll und rund und leuchtet mit aller Kraft. Mir gefällt der Mond schon immer. Der zieht seine Bahnen ohne sich beirren zu lassen. Der Mond ist immer da, auch wenn er nicht leuchtet. Dann, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond steht. Ich nehme mein Buch und schreib: „Der Mond leuchtet voll und rund. Kräftig und beruhigend. Doch mich konnte er nicht schützen. Trotzdem vertraue ich ihn noch immer, denn er half mir viele male. Er lies mich vergessen, lies mich überleben. Ich werde ihn immer vertrauen. Traue ihm mein leben an. Und sollte er gehen, werde ich mitgehen...“ Wie als würde der Mond meine Worte verstehen schiebt sich eine Wolke davor, und es schimmert rötlich. Ich weis nicht, wie ich es schaffen soll, wieder nach hause zu fahren und die Zeit zu überstehen, bis ich für immer weg kann von ihnen. Weg aus diesem Land... Weil ich fühle mich hier wie in einem Käfig, ich will frei sein, frei wie ein Vogel, so stolz und frei wie ein Adler meine Runden ziehen. Weg von allen Bedrohungen, von all dem Schmerz. Mit einem seufzen lege ich mich wieder hin und schlafe schnell ein. Am nächsten Morgen fahre ich recht früh mit Ramona zusammen zum Bahnhof, nicht aber ohne einen Zwischenstopp bei der Bank. Ich drücke ihr das Geld in die Hand und sie umarmt mich. Als ich im Zug sitze, bekomme ich eine SMS von Aki, in der er sich für sein Verhalten von heute Nacht entschuldigt. „Kein Problem.“ Schreibe ich ihn nur zurück.

Aki:
Eine Woche später:
Jetzt ist Leokadia schon eine Woche weg. Ich muss noch immer an sie denken. Wir haben heute wieder eine gemeinsame Probe. Damit ich nicht dauernd an sie denken muss, hänge ich mich richtig in die arbeit rein. Ich habe in der vergangenen Woche Extraproben eingelegt und stundenlang geübt. Da es eine große Probe ist, spielen wir alles an Liedern durch. Zusätzlich probieren wir mit den alten Songs auch neues aus. Nach der Probe, als Lauri zu meiner Überraschung mal total zufrieden ist, kommt Pauli auf mich zu und drückt mir grinsend einen Umschlag in die Hand. Ich öffne ihn langsam. Bei denen muss man echt aufpassen wie sau. Einmal haben sie mir einen Briefumschlag gegeben, und neugierig wie ich bin, habe ich ihn sofort aufgerissen. Und was hatten die Schweine reingetan? Juckpulver. Diese verdammte Bande. Aber anscheinend haben sie diesem Mal kein Juckpulver drinnen, weil nachdem ich den Umschlag ein Stückchen geöffnet habe, halte ich ihn so, dass alles rausrieseln würde. So traue ich mich, den Umschlag komplett zu öffnen. Drinnen ist etwas, was wie Fotos aussieht. Aufgeregt und doch misstrauisch ziehe ich den Inhalt heraus und wirklich, es sind Fotos. Ich strahle vor Freude. Die Fotos von Leokadia. Und da noch Fotos von Leokadia und mir. Bei diesen Fotos kann man sich sonst was denken. So wie wir beide zusammen stehen, wer nicht weis, wie es wirklich ist, für den sieht es ganz anders aus. Mir laufen die Tränen über die Wange. „Ist schon Ok. Wir vermissen sie auch irgendwie.“ Kommt es von Pauli. „Pauli, du bist ein prima Kumpel.“ Kann ich nur noch sagen, bevor ich das weinen anfangen muss. Es ist heute einfach zu viel. Ich vermisse sie total. Und dann auch noch diese Fotos. Rasch stehe ich auf, packe meine Sachen und gehe raus. Ich brauche jetzt frische Luft, ich würde sonst ersticken, jedenfalls habe ich das Gefühl.

Leo:
Noch eine Woche später:
Jetzt bin ich schon seit zwei Wochen wieder zurück in Deutschland. Es ist schrecklich hier. Isi liegt nach einem Selbstmordversuch im Krankenhaus im Koma. Die Sache in Helsinki hat sie anscheinend doch zu sehr mitgenommen. Ich vermisse sie zwar, aber ich schaffe es nicht, ins Krankenhaus zu gehen, um sie zu besuchen. Ich versuche die Tatsache zu verdrängen, da es zu schmerzhafte Erinnerungen verursacht. Die Narben an meinen Beinen werden von Tag zu Tag mehr. So schlimm ist es schon lange nicht mehr gewesen, dieser Drang, mich zu verletzen, mich zu zerstören. Ich will diesen Schmerz spüren, um zu vergessen. Zu vergessen, was passiert ist, in der Vergangenheit. Die Erinnerung lässt mich nicht los, sie verfolgt mich. Hier jetzt und schon seit Jahren. Und vermutlich wird sie mich auch in der Zukunft verfolgen. Warum kann man schlechte Erinnerungen nicht einfach löschen, so wie eine Datei im Computer, oder einen Tintenfleck auf dem Papier. Warum?

Heute ist auch schon das Klassentreffen. Ich ziehe eine schwarze Hose und eine dunkelrote Bluse an. Das passt total gut zu meinen streichholzkurzen, schwarzen Haaren. Dazu lege ich mein dunkles Augen-Make-up auf. Die Fingernägel hab ich schon seit einiger Zeit dunkel lackiert. Heute ist es ein dunkles rot. Einen dunklen Lippenstift ins schwarzrot gehend und ich kann als Leiche gehen. Andere bezeichnen mich als Gothic, aber ich finde es nicht. Ich fühle mich einfach wohl so. Und morgen kann es ja schon wieder ganz anderes aussehen. Meine Eltern sagen schon gar nichts mehr zu meinem Outfit, obwohl die am Anfang immer gesagt haben, ich soll mich anders kleiden, was sollen die Nachbarn zu so einer Tochter sagen... Blablabla...

Dann gehe ich los. Auf der Feier angekommen, laufe ich als erstes meinem schlimmsten Albtraum über den Weg. „Leo, meine Wildkatze, du siehst geil aus.“ Sagt Micha mit einem Ton, der mich fast zum kotzen bringt, genauso wie der Spruch. So ein notgeiles Arschloch. Ich gehe schnell und kommentarlos weiter. Die anderen betrachten mich skeptisch. Ja, aus der schüchternen, intelligenten Leo ist eine scheue Raubkatze geworden. Sie wird sich nicht mehr wie ein Hase verhalten und ausharren, sondern wie eine Raubkatze und angreifen. „Hallo Frau Murkx, wie geht es ihnen?“ frage ich freundlich unsere ehemalige Klassenlehrerin. „Leokadia, Kindchen was ist mit dir passiert?“ fragt sie mich. „Du siehst so düster aus.“ Ich lächele. „Naja, mir gefällt es so. Und wie lange quälen sie sich noch mit den Schülern herum?“ Antworte ich gleich mit einer Gegenfrage. „Nicht mehr lange, jedenfalls nicht als Vollzeitkraft. Und was hast du mit deinem Leben angefangen?“ verrät sie und fragt mich gleich weiter aus. „Ich habe erst ein FSJ gemacht und dann meine Ausbildung als Industriekauffrau absolviert. Aber nach der bestanden Abschlussprüfung habe ich gekündigt und bin nach Finnland gereist. Jetzt bin ich im Moment zurück und hole mir gerade Informationen ein, weil ich nach Finnland ziehen will. Es ist ein wunderschönes Land und außerdem habe ich auch mein Herz dort verloren.“ Erzähle ich ihr lächelnd. „Ja, von Finnland und Schottland warst du schon immer angetan. Das hast du ja in deinen Referaten bewiesen. Und was willst du in Finnland machen?“ Tja, neugierig ist die Frau gar nicht, die wollte früher schon immer alles wissen. „Ich habe überlegt, ob ich nicht das schreiben anfange und nebenher kellnere, damit ich mir mein Lebensunterhalt selbst verdienen kann. Denn ob eine Beziehung mit einen Musiker gut geht, steht in den Sternen.“ Ich unterhalte mich noch eine zeitlang mit unserer alten Lehrerin. Sie ist noch immer so wie früher. Dann gehe ich weiter. Auf einmal spüre ich zwei Hände, die an meine Hüfte fassen. Mir wird sofort schlecht. „Finger weg.“ fauche ich Micha an, ich kann riechen, dass er das ist, denn mir wird schlecht. Der Spruch >Ich kann dich nicht riechen.< hat echt wahren Charakter. „Aber ich will dich, die Wildkatze erlegen...“ sabbert er mich an, während er mit der einen Hand hoch zu meinem Busen streicht und mit der anderen Hand Muster auf meinen Rücken zeichnet. Plötzlich habe ich eine Idee. „Komm morgen Nacht um 24:00 Uhr an die Ecke Hohlstraße/Deppenweg. Aber hier lässt du besser die Finger von mir, du willst sie dir ja nicht verbrennen.“ Während ich das sage, drehe ich mich um und grinse ihn eiskalt an. Obwohl ich eigentlich kotzen könnte. Dann gehe ich weiter zu ein paar anderen Leuten, mit denen ich mich früher ganz gut verstanden habe.


~tbc~








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